Review

Oh Hack, Horsespam!


Ein wegweisender Film. Allerdings für die sehr eingeschränkte Sparte der „Tiersportfilme“. Was das für jeden Zuschauer bedeutet, muss jeder für sich selbst entscheiden. „Essential Viewing“ würde ich zu diesem Football-Pferdchen dadurch noch lange nicht sagen. Ohne ihn hätte es vielleicht keine snowboardenden Schimpansen und Basketball-Golden Retriever gegeben - aber wer hätte sie vermisst?! Wie gesagt, die Frage muss jeder für sich beantworten. „Gus“ ist in jedem Fall und seinen besten Momenten eine gnadenlos-bescheuerte Slapstick-Gaudi, ein unschuldiger Früh-Disney-Sportler über ein Pferd (oder Esel?) aus Jugoslawien, das einer makaber schlechten Footballmannschaft mit seinen gigantischen Hinterbeinkicks zu unaufhaltsamen Field Goals verhilft...

„Gus“ bietet quer fliegende Footbälle und knipsende Pferde, dicke Cheerleader und matschige Tackles, qualmende Manager und zerstörte Torten, schlechte Verkleidungen und jede Menge Footballgags von saublöd bis ganz amüsant. Im Grunde nahezu wortwörtlich ein klares One-Trick-Pony - aber was soll’s. Das kann man nach Strich und Faden aus heutiger Sicht auslachen und zerreißen. Oder einfach nehmen, für was es ist. Ein lapidarer Kinderfilm über Football und Pferde. Lachen, nicht ernst nehmen, seiner Zeit zuordnen. Gar nicht übel für seinen Anspruch. Erst recht wenn man mit „Airbud“ und Nachfolgern im Geiste vergleicht. Ein paar Disney-Urgesteine wie Dick Van Patten und sogar den „Beißer“ aus den James Bond-Streifen mit in den Mix - fertig ist sicher kein „Any Given Sunday“ und auch kein nur halbwegs ernst zu nehmender Gaulgeheimtipp. Aber einem geschenkten Ritt, guckt man eben nicht allzu streng zwischen die Kaureihen... 

Fazit: ein Urvater des sportlichen Tierfilms. Naiv, kindlich, (manchmal positiv, manchmal wirklich) blöd. „Gus“ ist Stuss und macht dennoch Spaß. Zumindest dem Kind im Gucker. Dicke Staubschichten muss man aber abkönnen. 

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