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Nach „Detention“ folgt mit „Direct Action“ der nächste Nu Image Streifen mit Dolph Lundgren in der Hauptrolle.
Frank Gannon (Dolph Lundgren) ist Cop und Mitglied der Direct Action Unit, kurz D.A.U. genannt, welche für den Krieg gegen Ringe von Drogenhändlern, Zuhältern usw. zuständig ist. Und Frank ist natürlich ein Cop, wie man es von Dolph Lundgren erwartet, denn wer hier nicht rechtzeitig pariert, der kassiert vom guten Frank reichlich Fressegeballertes. Warum die D.A.U. jetzt gerade eine superbesondere Einheit ist, wird zwar nicht so recht klar, aber andrerseits interessiert das eh nur am Rande.
Frank will allerdings gegen die eigenen Kollegen aussagen, da die D.A.U. nicht mehr die ehrbare Einheit von früher ist, sondern ein reichlich korrupter Haufen. Das schmeckt den Kollegen jedoch überhaupt nicht und da sie Frank auch nicht bestechen können, beschließt man ihm am letzten Arbeitstag vor der Aussage auszuradieren. Gerade jetzt soll Frank die neue Polizeianwärterin Billie Ross (Polly Shannon) auf Tauglichkeit testen…

„Direct Action“ ist nach Lundgrens letzten Rohrkrepierern eine Wohltat, auch wenn man dem Film das B-Milieu deutlich ansieht, z.B. am Mangel von Verkehr auf der Straße oder den wenigen Passanten, denn irgendwie schien Nu Image nicht so recht Knete für genug Statisten zu haben. Doch mit Sidney J. Furie ist ein erfahrener B-Regisseur an Bord, der die ganze Chose deutlich professioneller abfilmt als diverse Kollegen und so sehen die Bilder trotz merkbaren Geldmangels ziemlich schick aus.
Die Geschichte bedient sich deutlich bei jüngeren Hollywoodfilmen wie „Training Day“ oder „Exit Wounds“ und nach Logik sollte man aber nicht unbedingt fragen (Warum z.B. lässt man den wichtigen Kronzeugen, von dem der komplette Prozess abhängt, auf Streife gehen und sogar eine neue einarbeiten statt ihn unter Schutz zu stellen?). Auch einige Nebenhandlungen, welche sich mit den kriminellen Aktionen der D.A.U. beschäftigen (z.B. der Mord im Bordell) bleiben irgendwie nur Beiwerk und tragen kaum etwas zur Haupthandlung; stattdessen scheinen sie eher da zu sein, um den Plot auf Spielfilmlänge zu bringen.
Doch trotz dieser Storyschwächen wirkt „Direct Action“ keinesfalls unausgegoren oder langweilig. Stattdessen verleiht Sidney J. Furie der Geschichte genug Drive, um den Mangel an Innovation zu kaschieren. Fetzig steigert sich das Tempo und nach dem eher ruhigen Anfang kommt die Geschichte richtig in Gang, sodass die kleinen Mängel der Geschichte wenig auffallen. Hochspannung garantiert das natürlich nicht, aber es ist dennoch weitaus interessanter als diverse andere Plots im B-Filmsumpf.

Vor allem aber die Action kann sich sehen lassen. Mengenmäßig könnte es zwar etwas mehr sein (vor allem in Hälfte eins) und genug Schauwerte für die Referenzklasse im B-Bereich haben sie auch nicht, aber die Inszenierung stimmt den Genrefan zufrieden. Geboten werden ein paar Verfolgungsjagden, vor allem aber Fights und Shoot-Outs. Die Schießereien sind ganz ordentlich inszeniert, auch wenn man aus Budgetgründen unrealistisch Schaden an Requisiten sieht, die Fights sind schön choreographiert und Dolph Lundgren darf mal wieder ein wenig Martial Arts zeigen. Höhepunkt ist sicherlich die letzte große Auseinandersetzung des Films; der Showdown mit dem Oberbösewicht fällt leider etwas kurz aus.
Da man hier mehr Richtung Polizeithriller geht, versucht Dolph Lundgren auch besser zu schauspielern als in seinen letzten Filmen. Gelingt ihm auch ganz gut (ein Charaktermime ist er trotzdem nicht), nur grausig frisiert hat man ihn mal wieder. Polly Shannon gibt einen ordentlichen weiblichen Sidekick ab und auch sonst agiert die Besetzung auf ordentlichem B-Niveau.

Alles in allem bietet „Direct Action“ nette B-Action mit flotter Story. Innovationen und Schauwerte zur Referenzklasse fehlen zwar, aber für den Genrefan ist der Film trotzdem unterhaltsam.

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