Review

Wie der Titel bereits ohne Zweifel erahnen lässt, geht es einmal mehr um Kriminalität, die per Internet zur Schau gestellt wird.

Auf der einen Seite meuchelt sich ein Wirtschaftsterrorist durch Konzernbosse, um gegen die Globalisierung anzugehen und dies der Welt per Internet zu präsentieren.
Auf der anderen Seite haben wir den ermittelnden Cop, der sich selbst als Dinosaurier bezeichnet und mit der modernen Technik nicht viel anfangen kann. Vielmehr beschäftigt ihn sein Krebsleiden, das ihm nicht nur dauerhafte Schmerzen, sondern ein baldiges Ableben bescheren wird.
Diese beiden Themen zu einem ansehnlichen Thriller zu verknüpfen, ist Regisseur John Irvin leider nur in Ansätzen gelungen.

Dabei scheint es, als habe er nicht so den richtigen Faden gefunden und schwankt dabei immer etwas unentschlossen zwischen Krebsdrama und Internetthriller.
Leider wird beiden Themen zu wenig Dynamik und Tiefe verliehen, so dass beim Zuschauer recht schnell Ermüdungserscheinungen auftreten.

Der an Lungenkrebs leidende Cop Daines (Armand Assante) ermittelt mit seinem Partner und einem Computerspezialisten im Fall des Killers, der seine Taten per Internet weltweit überträgt.
Die düsteren Industriegelände wirken kalt und pessimistisch, wie das Auftreten von Daines, der sich bemitleidenswert von einem Tatort zum nächsten hustet.
Ins Krankenhaus will er aber nicht, weshalb er sich auch Morphium bei einer Frau besorgt, die er einst vorm Knast bewahrt hat.
Als diese Frau wenig später im Fadenkreuz des Killers steht, wird Danes klar, dass der Täter in seiner unmittelbaren Nähe zu suchen ist.

Es ist nichts Halbes und nichts Ganzes, was die Autoren hier zusammengeschustert haben.
Fordert der Zuschauer bei den Morden und vor allem bei den Ermittlungen ein wenig mehr Spannung und Brisanz, wird er bitter enttäuscht werden.
Stattdessen widmet sich der Streifen ausführlich der Hauptfigur Daines, seinem Leiden, seinem privaten Umfeld und seinen Kollegen.
Dabei kann man nicht über die fehlende Charakterzeichnung Daines meckern, aber über zu wenig Tragik, die dieses Thema zugelassen hätte. Wenn Daines fälschlicherweise für einen Junkie gehalten wird, weil er einmal mehr Morphium gegen seine Schmerzen benötigt, kratzt das nur an der Oberfläche möglicher Kritik.

Ebenso verhält es sich mit den Motiven des Killers, der leider nach 40 Minuten Laufzeit enttarnt ist.
Seine wahren Beweggründe liegen fast völlig im Dunkeln und die Ergreifung desselben ist nicht ganz nachvollziehbar und zudem reichlich unspektakulär ausgefallen.
Allerdings, und das betrifft den kompletten Streifen, passend zur lahmen Erzählweise.

Hauptdarsteller Armand Assante ist nichts vorzuwerfen, er meistert die Rolle des harten, aber dem Tode geweihten Cops sehr überzeugend. Auch die übrigen Darsteller enttäuschen nicht.
Aber das unausgegorene Script verschenkt leider viel Potential, denn es kommt weder Spannung noch Atmosphäre auf.
Da müssen schon zwei ansehnliche CGI-Explosionen herhalten, um den Zuschauer aus dem Dämmerzustand zu reißen, der sich zwischen Oberflächlichkeit und öden Ermittlungen langweilt.

Ein B-Thriller von der Stange, der mehr gefühltes Drama ist und zu keiner Zeit aus dem Quark kommt.
Im Internet zu surfen, ist aufregender…
3,5 von 10 Punkten

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