Kalifornien leidet unter einer Hitzewelle. "Viel trinken!", raten Experten. Für die Bewohner einer Kleinstadt erweist sich das als ungesunder Tipp: Lebensgefährliche Bakterien haben die Filter des städtischen Wasserreservoirs passiert. Es dauert eine Weile, bis Ingenieur Miller und Dr. Carver den Ursachen der Epidemie auf die Spur kommen.
Mit Durst erreicht uns mal wieder ein TV-Katastrophendrama, allerdings mit realistischerem Szenario als die üblich Meteor, Erdbeben, Vulkanausbruch oder sonstwie überdrehte Leier. Das Grundgerüst lautet schlicht, das es ganz dolle heiß in dem kleinen Städtchen San Paulo ist, sich im Wasserreservoire fiese Hardcore Bakterien, die nicht mal durch abkochen abkratzen, eingenistet haben und eine funktionierende Wasseraufbereitung weit und breit nicht aufzufinden ist.
Der Fernsehfilm beginnt zunächst mal recht ansehnlich mit verschiedenen Wasserimpressionen und macht so schon dem Zuschauer deutlich, das bei einer realen Katastrophe in dieser Form Städte wie beispielsweise Las Vegas mit dem enormen Wasserverbrauch einen echten Knockout bekämen. Denn was soll man machen, wenn wie hier sämtliches Wasser in den Leitungen konterminiert ist und sich in den Krankenhäusern die Toten und Erkrankten langsam zu stapeln anfangen.
Zwar wird das Katastrophenbild ziemlich wirklichkeitsgetreu aufgebaut, Durst vergißt aber auch nicht die genretypischen Klischees brav allesamt einzubauen. So ist die Obrigkeit ahnungslos und zögernd (und ich hätte schwören können, der Bürgermeister wäre korrupt, da hatte mich Durst sogar überrascht, das er doch ein ehrlicher ist). Wie haben zahlreiche familieninterne und zwischenmenschliche Probleme abzuarbeiten, was natürlich wie immer zur Folge hat, das die Handlung größtenteils über die Dialogschiene befahren wird und der Film in Sachen Action und Tempo arge Defizite hat. Höchstens gegen Ende als die Nationalgarde die Zugangsstraßen dicht macht und der Behälter mit dem rettenden Ozon das Happy End bringen soll, treten leichte Anflüge von Spannung auf.
So erweist sich der Film als preiswert produzierte Sache, nicht mal für einen prominenten Gaststar hat es gereicht, die hier agierenden Nasen sind zwar einigermaßen ok, aber alles andere als hochklassig. Der Film legt gesamt gesehen für meinen Geschmack zuviel Augenmerk auf die Drama Aspekte, aber Durst läßt sich einigermaßen unterhaltend konsumieren, da ein solches Szenario letztendlich überall auftreten könnte und wir wider Erwarten auch keine übertriebene Umweltschutzkeulenmessage über den Schädel bekommen.
4/10