Review

Inhalt:
Ein Archäologe und seine Tochter nehmen Andenken aus Ägypten mit. Während der Vater sein Augenlicht durch einen merkwürdigen blauen Lichtstrahl bei der Öffnung einer Grabkammer verliert, bekommt Tochtern von einer blinden Frau ein Amulett geschenkt. Zurück in New York entfaltet das Amulett seine böse Kraft. Mysteriösitäten tragen sich zu und Menschen verschwinden.


Kritik:
Dass Lucio Fulci auch sinnfreien Murks während seiner filmischen Schaffenszeit fabrizierte zeigt dieser Film. Dabei fängt alles noch ganz interessant an. Die anfänglichen Minuten, die in Ägypten spielen, machen Freude. Wüstenlandschaften und das unheimliche Grab, in dem der Vater sein Augenlicht verliert, sind tolle Schauplätze und hier kann man der Handlung auch noch folgen.
Als es dann aber nach New York geht, nimmt das Übel seinen Lauf. Es geschehen viele Obskuritäten, die für sich genommen stellenweise recht athmosphärisch in Szene gesetzt wurden, aber zusammengenommen wenig Sinn ergeben. So tauchen Schlangen, Skorpione und ein paar Eimer voller Wüstensand in der Bude auf und es verschwinden Menschen, nach denen später niemals wieder gefragt wird. So endet ein Mann mir nichts dir nichts in der Wüste, eine Frau verschwindet (wenn ich dies einem Dialog richtig entnommen habe) und taucht dann nebenbei als Wandfüllung wieder auf und der (ich denke mal) Hausmeister ist nach einer Fahrstuhlfahrt aus dem Film entflohen und ward nicht mehr gesehen. All diese Szenen bringen den Streifen kein Stückchen weiter.
Zugegeben, einige Szenen sind athmosphärisch sehr gelungen, was zum Großteil an der fantastischen Musik liegt, die mich streckenweise an die Werke von Goblin erinnert, aber was bringen diese Szenen, wenn sie wie einzelne Puzzleteile sind, die sich zu keinem schlüssigen Bild zusammenfügen lassen?

Schauspielerisches Talent sucht man auch vergeblich und besonders nervend ist mal wieder das Balg, welches uns bereits "Das Haus an der Friedhofmauer" madig gemacht hat. Zum Glück nervt das Mädel , welches das Amulett des Bösen nach Hause schleppt und in der deutschen Synchronisation die Stimme von Regina Regenbogen aus der Hörspielreihe von Europa hat, nicht so sehr.

Nunja, wenn man den Namen Fulci liest, erwartet man freilich nicht unbedingt die logischsten Geschichten, möchte aber wenigstens mit ein paar deftigen Splattereinlagen verwöhnt werden. Doch auch hier wird man enttäuscht. Im Film werden höchstens ein paar Tröpfchen Blut vergossen und die wenigen Toten scheiden kinderfreundlich aus dem Leben. Am Ende hat sich Fulci dann wohl gedacht, dass dies seine Fans verärgern wird und so hat er eine deftige Einlage ans Ende gesetzt, die zwar das Splatterherz höher schlagen lässt (auch wenn man die Fäden an den attackierenden Vögel erkennt), aber wenig Sinn ergibt.

Insgesamt habe ich die Vermutung, dass Fulci hiermit seine eigene Interpretation des Exorzisten, des Omens und der Poltergeister abliefern wollte, was aber mächtig in die Hose gegangen ist. Da bleibe ich doch lieber bei den Originalen und möchte diesen Film niemandem weiterempfehlen.

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