Review

Ein seicht-surrealer Sarkophagnagel


Nach „Manhattan Baby“ ging es für Fulci bergab - so viel ist klar, daran zweifelt keiner, danach kam kaum noch wirklich Erwähnenswertes (selbst wenn ich als großer Fan von ihm selbst da im „Gerümpel“ noch Schönes finde). Macht das diesen Wüstenfluch im Big Apple aber schlecht? Ganz und gar nicht! Ich mag ihn jedweder Logik strotzend (?) sogar ganz gerne. Hier bringt ein Wissenschaftler nicht nur seine Familie wieder aus Ägypten mit in die Stadt, die niemals schläft, sondern auch einen uralten Fluch, der schnell seine Opfer fordert... 

+ Frizzis stabiler Score (selbst wenn er leider viel bei sich selbst/The Beyond klaut)
+ Fulci und Flüche?! Das passt!
+ ein paar saftige Stellen (natürlich!) 
+ sehr dichte Atmosphäre 
+ Alexandria trifft New York
+ „Poltergeist“-Vibes
+ Abenteuerfeeling
+ Fulci noch ziemlich voller Selbstvertrauen 
+ finale Vogelattacke 
+ surreale Einschübe (Sandboden!) 
+ Schlangen, Skarabäen, Skorpione
+ genüg Übernatürliches 
+ flüssige, feine Kamera
+ Stylepunkte
+ sticht heraus, wahr mal was einigermassen Neues
+ nimmt sich Zeit 

All das sind Dinge, die mir bei „Manhattan Baby“ immer wieder positiv auffallen. Natürlich ist hier nicht alles Gold, was glänzt, doch Spaß machen die 90 Minuten dennoch. Immer wieder. Immer mehr sogar. Der Film ist vollkommen Fulci, ohne Zweifel. Nicht seine größte Stunde, aber sicher auch nicht seine schwächste. Apokalyptisch und exotisch. Vor allem für Fans ist das schon ein Muss-Termin. Vielleicht wenn man schon die Friedhofsmauern und Glockenseile und Ripper durch hat. Was hier fehlt zu diesen ganz großen Brechern? Vielleicht könnte man dem Film etwas Unentschiedenheit vorwerfen, Tempoprobleme sind auch kaum von der Hand zu weisen und mit eher mauen Darstellern, bemühter Hochwertigkeit und wirren Stories muss man bei ihm ja eh immer rechnen. Doch ansonsten: tut nicht weh, bringt keinen Sonnenbrand! 

Fazit: sandig, süß, saftig - Fulci trifft Pharaonen, Mumien in Manhattan, Flüche terrorisieren Familien! Ich mag dieses (zweite) NYC-Kindlein des berüchtigten Italo-Matschmeisters, selbst wenn es selbstredend nicht an seine Höhepunkte heranreicht. 

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