Seit 500 Jahren tobt ein erbitterter Krieg in einem uns unbekannten Sternensystem auf der anderen Seite der Galaxie. Die wenigen Kriegsgefangenen werden mit Transportschiffen auf einen Planeten gebracht, von dem keinerlei Flucht möglich ist. Doch inmitten eines verheerenden Asteroidensturms gelingt es einer Handvoll Gefangener, sich in den Besitz eines Aufklärungskreuzers zu bringen. Steuerlos rast das Raumschiff auf einen Planeten zu. Dennoch gelingt ihnen die Landung, der Planet scheint auf den ersten Blick recht friedlich, doch dann wird die Besatzung von riesigen Monstern angegriffen.
Also, wer schon immer wissen wollte, wie eine Folge der Serie Raumschiff Enterprise (der alten wohlgemerkt, mit Spock und Kirk) in Spielfilmlänge aussehen mochte, der sollte sich unbedingt Mysterious Planet anschauen. Der eingeblendete Satz "very freely based on Jules Verne" schürt nur noch das latent vorhandene Mißtrauen, aber spätestens nach den ersten fünf Minuten Film weiß man, das man hier im Schlamassel steckt.
Da blubbert der Erzähler etwas von 500 Jahren Krieg, keine Ahnung wer gegen wen, niemand erzählt es und fortan interessiert das auch niemand mehr. Dazu kommen Raumschiffe und Minen aus dem ummodellierten Haushaltsbereich, als wäre die Augsburger Puppenkiste zu Besuch gewesen und allgemein verwaschene Aufnahmen, billige Effekte, Planten die am seidenen Faden vorbeiziehen und eine Weltraumschlacht, gegen die die Bernd das Brot Episode USS Bumblebee dagegen wie Star Wars aussieht. Oh, Mann das wird übel.
Gut vergessen wir die Vorgeschichte, wir haben also fünf Gestrandete auf einem fernen Planeten (der natürlich sehr, sehr nach der guten alten Erde aussieht), die ein wenig Robinson spielen und sich nebenher gegen Stop-Motion-Knetmonster wie die die doppelköpfige Riesenschnecke oder einen Flugdrachen, die aussehen, als wären sie das Produkt einer halben Stunde Knetarbeit in der Kindertagesstätte und erleben tolle Abenteuer wie Spielen am Strand, durch den Wald wandern, klettern, eine heimelige Höhle einrichten, Wäsche aufhängen, Socken stopf*schnarch*. Ne, ernsthaft Leute, der Film ist 70 Minuten kurz, aber ein gefühlte Ewigkeit lang.
Das soll jetzt aber nicht heißen, das die Macher kein Engagement hatten. Was soll man auch machen mit einem maximal niedrigen fünstelligen Budget außer in Wald und Wiese zu Filmen, den Bekanntenkreis als Darsteller aufzustellen und sich aus dem Haushalt alles mögliche futuristische Zeug zu basteln. Kern sollten wohl die vielen Knet-o-Saurus Kreaturen sein, deren Stop Motion Bewegungen bestimmt eine Schweinearbeit gemacht haben, aber dennoch, wenn das Ergebnis aussieht wie ein mittelmäßiges Schulprojekt, braucht man das Ganze eigentlich nicht auf DVD vertreiben.
Auch in Sachen Trash oder Humor ist Mysterious Planet (der auf meiner Box lustigerweise Metallica heißt, warum auch immer) ist das nichts für Genießer. Man bemüht sich zwar um einen lockeren Ton, aber sowohl Darsteller als auch die deutsche Synchro versauen da fast alles schon im Anflug. Da gibt es zig bessere Jules Verne Verfilmungen (obwohl ich mich eher sogar mehr an Arthur Conan Doyles Lost World erinnert fühlte).
3/10