Who the hell is Indiana Jones, who the fuck Harrison Ford, who gives a shit on Stevie Spielberg und George Lucas?!
Here comes Buster Crabbe vs Nabonga, bürgerlich Samson, ein herausragendes Abenteuerepos das spätere epigonale Machwerke um Nazis, alte Kisten und hölzerne Pappbecher mehr als nur in den Schatten stellt. Schon die Handlung weist bei aller Kürze des Films eine Komplexität und Wendigkeit auf, die Spielbergs laue Archäologenhatz wie bessere Butterfahrten ausssehen lässt:
Von mit Knüppeln bewaffneter vorderorientalischer Polente (und wohl auch einer Schar geprellter Anlieger) gehetzt flüchtet sich ein Bankdirektor mit seiner kleinen, von herzzerreissendem Heimweh geplagten Tochter in ein wohl äußerst marodes Flugzeug, um durch den größten Strum wer weiß wohin zu entkommen - was natürlich zum tragischen Scheitern verurteilt ist: Die Flucht endet mitten im Dschungel, und als wäre eine wundersam verbundene Kopfwunde noch nicht genug, steckt der Pilot seine Nase auch noch zu tief ins Gepäck seiner Passagiere und daraufhin auch in den Lauf ihrer Waffen...
Jäher Szenenwechsel: Wie der Zuschauer erst etwas später erfährt befinden wir uns jetzt wohl etwa 20 Jahre später auf dem letzten Vorposten weisser Zivilisation im tiefschwarzen Dschungel, wo der erzfiese Barton McLane verzweifelt versucht, eine Horde abergläubischer Eingeborener zur Raison zu bringen, die sich ständig gegenseitig an die Gurgel gehen. Und mitten drinn in dem illustren Haufen: ein sinierender Buster Crabbe, unterwegs in der gerechten Sache der Reinwaschung seines Vaters, welcher sich aufgrund des Vorwurfs, am Coup des einst im Dschungel gestrandeten Bankdirektors beteiligt gewesen zu sein, das Leben genommen hatte. Und da selbst die gerechte Sache verkörpert durch einen Heros kosmischen Kalibers wie Flash Buck Gorden Rogers Crabbe nicht ganz ohne Helfer auskommt, springt ihm flugs der richtige Adlatus in Gestalt des einzigen Eingeborenen zur Seite, dem sowohl das geflügelte Haus als auch die geheimnisvolle weisse Hexe bekannt sind, auf deren Gebot hin alle Tiere Männchen machen. So stünde der Rückgewinnung des geraubten Eigentums nur noch Nabonga im Wege, würde sich nicht der fiese Barton sofort und aus purer Habgier an die Fersen unserer beiden Lieblingsrecken heften.
Doch haben diese zum Glück einen ordentlichen Vorsprung und werden zunächst nur mit Krokodilen, vielmehr Archivalligatoren, die neben Tigerbabies, Löwen und unterschiedlichsten Affenarten immer wieder deutlich unschärfer durchs Bild flimmern, und schließlich mit Nabonga/Samson persönlich konfrontiert, der unseren Negerhelden in einem Haps verspeist (was natürlich aus political correctness-Gründen nicht gezeigt werden kann) und von Buster nur durch die Intervention der weissen Hexe, der bezaubernden Julie London abgehalten werden kann. Diese erste Begegnung ist es nun, die unserem Helden wahre Tiefe verlieht und ihn erst zum Sympathieträger macht: Nicht nur dass er sich als Mann von Welt - schließlich steht er im tiefsten Dschungel einer 1a rausgeputzten Dame mit Collier und Cocktailkleid gegenüber - um seine Rasur Gedanken macht, sondern er versucht auch gleich, auf charmanteste Art, trotz deutlicher Furcht vor dem Killeraffen-Anstandswauwau, der Dame das Versteck der geraubten Schätze zu entlocken. Nachdem es ihm dann auch noch gelingt, mit Julies Hilfe Nabonga in einen Käfig zu locken, würde dem auch nichts mehr im Weg stehen außer dem fiesen Barton, der nun mit nur noch einer Latinoschabrake als Begleitung am Ort des Geschehens eintrifft, sich einen phänomenal fett krassen Waaahhhnsinnsfight mit unserem Helden liefert und diesen sogar zunächst zu Boden zwingt. Die unweigerliche Folge: tragische Hybris; er will seine Latinoschabrake gegen die gar anmutige, aber mit den sich überschlagenden Entwicklungen doch etwas überforderte Julie austauschen, was erstere dazu bringt, Nabonga freizulassen, welcher dann den Bösewicht seiner gerechten Strafe zu führt und das scheibchenweise.
Wem dieser Schluß nun zu brutal erscheint, für den hält unser Buster nun als krönendendes Abschlußbonbon noch genau den passenden Trost bereit: "We couldn't have took him back with us anyway..."
Wie durch diese Zusammenfassung schon Ansatzweise deutlich geworden sein dürfte, vereinigt unser Film wirklich alles: Spannung, Romantik, Fantasy und viele andere Überraschungen - und das alles ohne die effekthascherische moralische Gleichgültigkeit vergleichbarer moderner Produktionen. Der Film will nichts geringeres, als Mut machen: Mut, den schmachvollen Selbstmord des Vaters nicht einfach hinzunehmen, auch wenn die Reinwaschung eine Expedition in den äußersten Dschungel zu fiesen Ausbeutern und Killeraffen bedeutet; Mut, sich auch als hoffungs- und bald auch elternlos gestrandete nicht seinem unausweichlichen Schicksal hinzugeben, sondern zur Not selbst die wildesten Kreaturen kraft seines Willens zu bändigen. Dieser Glaube, der Glaube an die Übermacht des Guten und den Herrschaftsanspruch aller menschlichen Natur über widrige Umstände, Eingeborene und sonstiges Getier kann wahrhaft Berge versetzten. Dies und nichts weniger veranschaulicht der vorliegende Film: 10 von 10
Tipp zum Schluß: Wer sich die zwar anheimelnde aber ab und an vielleicht doch nervige Dschungelmusik sparen möchte, braucht sich einfach nur der Originaltonspur zu bedienen.