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Katastrophenfilme und Tierhorror waren in den Siebzigern enorm angesagt und neben Meilensteinen wie „Erdbeben“ oder „Der Weiße Hai“ kam es zu einigen Ergüssen, die heute weniger Popularität genießen. Das liegt bei vorliegendem Werk primär am verschenkten Potential.

Nach einem Erdbeben in einer kalifornischen Kleinstadt entsteht bei einer abgelegenen Farm ein breiter Erdriss, dem eine bis dato unentdeckte Spezies von Käfern entsteigt. Diese sind in der Lage, per Selbstentzündung Feuer entstehen zu lassen. Lehrer und Forscher James Parmiter (Bradford Dillman) untersucht die Krabbler eingehend…

Die Geschichte steigt mit dem Erdbeben ein, dessen Wirkung anhand der Einrichtung einer Kirche bebildert wird, was definitiv günstiger ist, als Straßen, Autos und Gebäude erzittern zu lassen. Kurz darauf fängt ein Fahrzeug Feuer, wobei die Pyrotechniker ganze Arbeit leisten, - immerhin brennen im Verlauf einige Gebäude und Autos.

Auch die Käfer lassen nicht lange auf sich warten. Die rund vier Zentimeter langen Insekten unterscheiden sich rein äußerlich nicht von gängigen Artgenossen, mal abgesehen vom grellen Funkeln kurz vor dem Entzünden. Diesbezüglich leistet die Kamera hervorragende Arbeit, denn es gibt zahlreiche Makroaufnahmen, die bis ins Detail bei der späteren Paarung reichen. Die Krabbler sind an allen erdenklichen Orten aktiv, sei es im Auspuff, auf rohem Fleisch, auf einer Katze oder im Haar eines Opfers, welches kurz darauf Feuer fängt.

Das gestaltet sich anfangs noch halbwegs abwechslungsreich, obgleich die Charaktere nicht sonderlich einnehmend sind. Nach einem einschneidenden Ereignis mutiert die Erzählung jedoch zum Kammerspiel mit James und dem Getier, was auf Dauer recht lahm und wenig spannend anmutet. Der psychische und physische Niedergang des Forschers ist glaubwürdig umgesetzt, nur mangelt es nahezu komplett an Schauwerten, zumal die zahlreichen Nahaufnahmen irgendwann ein wenig ermüden.
Als sich die Viecher zu Buchstaben formieren, sieht das durchaus spooky aus, die dazugehörige Tricktechnik ist indes komplett durchschaubar.

Das ganz große Krabbeln ist unter der Regie von Jeannot Szwarc („Der Weiße Hai 2“) nicht entstanden, obgleich mit echten Tieren gearbeitet wurde und das Timing bei Szenen mit Menschen und Käfern zumeist haargenau ist. Anstatt jedoch den Figurenkreis zu erweitern, wird dieser im letzten Drittel komplett reduziert, Konfrontationen bleiben aus und selbst der Showdown wirkt ein wenig übers Knie gebrochen.
Trotz soliden Handwerks und einem angemessen experimentell anmutenden Synthie-Score kein Höhepunkt in Sachen Tierhorror.
5,5 von 10

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