Ein sogenanntes „Biopic“ ist nichts anderes als die verfilmte Biografie eines (in der Regel) interessanten und bekannten Menschen. „Ray“ schildert das aufregende Leben des leider mittlerweile verstorbenen Ray Charles, der als blinder Pianst und Songschreiber für immer ein wichtiger Bestandteil der amerikanischen Musikgeschichte sein wird.
Regisseur Taylor Hackford schafft es das bewegende Leben dieses Ausnahmekünstlers auf 146 Minuten zu komprimieren und wandelt gekonnt zwischen der Gefahr eines authentischen, aber lang(weilig)en und eines zu kurzen, verfälschenden Filmes. „Ray“ findet den buchstäblich goldenen Mittelweg, denn er hält den Zuschauer durch geschickte Rückblenden in Rays Kindheit und dem Skizzieren der wichtigsten Meilensteine in Ray Charles’ Leben bei der Stange, ohne ihn zu langweilen. Dabei werden auch unangenehme Dinge nicht ausgespart: Ray Charles hatte ein Drogenproblem und war seiner Ehefrau untreu. Hackford gelingt es, diese Dinge zu zeigen, ohne sie zu verharmlosen oder mit erhobenem Zeigefinger darauf zu deuten.
Neben der gerade erwähnten Regieleistung steht und fällt ein Biopic vor allem mit dem Hauptdarsteller, der nicht nur, wie in jedem anderen Film auch, möglichst glaubhaft und realistisch spielen soll, sondern auch dem realen Vorbild nacheifern muß. Um es kurz zu machen: Jamie Foxx als Ray Charles ist ein echter Glücksfall für diesen Film und maßgeblich für dessen Qualität verantwortlich. Nicht nur, dass er von Gestik und Mimik sehr nah an das Original heranreicht. Außerdem beweist er im Film des Öfteren, dass er auch ein sehr guter Sänger ist. Dies ist bei einem Vorbild, wie Ray Charles wahrlich nicht einfach und so wurde Jamie Foxx absolut zu Recht mit einem Oscar ausgezeichnet. Doch auch die anderen Darsteller, die zwar meist nicht sehr bekannt sind, doch ihre Rollen sehr glaubhaft verkörpern, wissen zu überzeugen.
Diese Kombination von gefühlvoller Regie und einem herausragendem Hauptdarsteller führt zu dem eindrucksvollen Ergebnis, das „Ray“ letztendlich geworden ist. Für Fans des Sängers sowieso Pflichtprogramm erweist sich der Film auch für alle Cineasten als wahre Fundgrube für emotionales Kino. Bewegtes Leben und bewegendes Kino!
Fazit:
8/10