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Ray Charles wurde mit „Ray“ ein Denkmal gesetzt. Das Leben eines der besten farbigen Musiker aller Zeiten wurde gekonnt inszeniert und Charles wird außerordentlich beeindruckend verkörpert von Jamie Foxx. Man erlebt eine Zeitreise durch Charles Leben, auch seine Tiefen.


Schwere Schicksalsschläge treffen das Leben von Ray (Jamie Foxx). Als Kind muss er den Tod seines Bruders miterleben, er verliert sein Augenlicht und auch seine Mutter stirbt früh. Ray hat nur eins, seine Liebe zur Musik. An seinem Piano tingelt er durch billige Bars, schließt sich Bands an, aber schon früh erkennen Produzenten seine einzigartige Begabung, Songs mal eben so zu schreiben und sie sofort künstlerisch umzusetzen. Er nennt sich ab jetzt Ray Charles und sein Aufstieg ist kometenhaft. Ray wird reich, heiratet, hat immer mehr Erfolg. Doch das Starleben hat auch seine Schattenseiten. Ray wird heroinabhängig. Das Heroin droht ihn langsam aber sicher zu zerstören. Ferner ist Ray alles andere als treu und seine zahlreichen Verhältnisse drohen auch seine ehe zu zerstören. Der gnadenlose Fall von Ray Charles steht kurz bevor...


Man muss gar nicht auf die Musiker unserer Zeit gucken, um nach skandalträchtigen Musikern zu suchen. Schon in den 50er Jahren war Drogenabhängigkeit ein zentrales Thema und es traf auch den immer so sympathisch wirkenden Ray Charles.
Zugegeben, mit dem Leben von Ray Charles habe ich mich nicht beschäftigt, seine Musik hat mir aber immer recht gut gefallen, sind dort doch wirklich eine Klassiker entstanden, die man heute nicht mehr wegdenken kann. Umso erstaunlicher ist dann doch diese Biographie über Charles, die auch seine zahlreichen dunklen Zeiten zeigt.

Damit solche Filme überhaupt authentisch wirken, muss alles passen, natürlich die Rolle des Ray Charles selber. Hier hat man dann den absoluten Glückstreffer gezogen. Darf man den Gerüchten glauben, so hat Ray Charles Jamie Foxx seinen Segen gegeben, nachdem beide zwei Stunden lang am Klavier saßen und miteinander Musik machten. Und Charles hat gut getan, Foxx auszuwählen.
Dass Foxx den Oscar bekommen hat, verwundert nach seiner Leitung kaum noch. Foxx muss sich intensivst mit Charles auseinandergesetzt haben, denn es stimmt einfach alles. Foxx sieht aus wie Charles in den jüngeren Jahren, Foxx bewegt sich wie Charles, Foxx hat Mimiken wie Charles. Kurz gesagt, Foxx ist Charles.

Neben den dramtischen Elementen, die zwar nicht komplett ausgeschlachtet werden, aber dennoch nicht zimperlich agieren, spielt die Musik natürlich eine große Rolle. Ich möchte Foxx hier nicht zu Nahe treten, aber zum Glück kann man wohl sagen, sind fast alle Lieder, die im Film gespielt werden, noch original von Charles gesungen. Er wird es nun mal besser können als Foxx.. Schade nur, dass man Charles größte Hits nicht immer komplett durchgespielt hat, aber dann wäre der Film wohl noch länger geworden, man braucht schon jetzt eine ordentliche Position Sitzfleisch. Dafür erlebt man aber auch den Aufstieg eines Mannes, der praktisch nichts hatte und dazu noch blind war, normalerweise eine klassisches KO-Kriterium der heutigen Zeit. Doch Charles kämpft sich hoch, dank seines musikalischen Genies steigt er zum bekanntesten Sänger in den USA auf und droht doch alles zu zerstören durch seine Drogensucht und seine zahlreichen Affären.

Ray Charles hat sein Leben danach noch gut gemeistert, doch nicht desto trotz ist „Ray“ eine eindrucksvolle Biographie über das Leben einer Musiklegende, die deren Höhen und Tiefen schonungslos zeigt.


Fazit: „Ray“ ist eine Verneigung vor einem der besten Musiker aller Zeiten. Das Leben von Ray Charles wird meisterhaft von Jamie Foxx dargestellt, der für diese Leistung völlig zurecht einen Oscar bekam. Charles zeigt nicht nur die Sonnenseiten seines Lebens, sondern auch seine massive Anzahl von Fehltritten, die ihn wieder von seinem Sockel runterholen und deutlich zeigen, auch Charles war nur ein Mensch. Eine beeindruckende Biographie mit vielen musikalischen Elementen aus dem Leben von Ray Charles. So muss eine filmische Biographie aussehen, nicht wahr, Herr Bohlen?

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