Review

Pierce Brosnan scheint sein ganzes Leben lang nur auf diese Rolle gewartet zu haben, und als er endlich die Rolle kriegen sollte, kam er aus einem TV-Vertrag nicht heraus, so dauerte es etwa 10 Jahre, bis er die Rolle spielen konnte, für die er wohl geboren war.
Nun sollte man nicht allzu viel Mitleid mit ihm deswegen haben, Timothy Dalton hatte die Rolle auch schon in den 70ern angeboten bekommen, und auch Roger Moore spielte sie erst ein paar Jahre später als es die Produzenten eigentlich gewollt hatte.
Scheint also ein bißchen so, als würden die Produzenten immer auf ihre Wunschschauspieler warten, egal wie lang es dauert.
So auch bei Pierce Brosnan.

Mit Pierce Brosnan als Bond beginnt dann auch eine Verjüngungskur des Franchise, die bei Miss Moneypenny und M beginnt, über die kritischen Stimmen im Film zu Agentenspielchen unter Männern geht, und auch erstmals das Thema Verratim MI6 thematisiert.
Interessant ist auch, dass der Background von Bond angedeutet wird, und ein bißchen mehr ernst in die Sache eingebracht als es zu Moores Zeiten, aber weitaus nicht so verbissen wie unter Dalton.
Es werden interessante Ansätze für zukünftige Bond-Filme vorbereitet, ohne jedoch sein Pulver zu verschiessen, was auch ein bißchen Appetit auf die nächsten Bond-Filme machen soll.

Über allem thront aber der erste Einsatz von Pierce Brosnan als James Bond. Und man muß es einfach sagen: Pierce Brosnan ist der mit Abstand eleganteste und bestaussehendste Bond überhaupt. Wenn es einen Schauspieler gibt, für den die Rolle geschrieben worden scheint, dann ist es Brosnan.
Brosnan muß sich nicht verstellen, geschweige denn anstrengen, ohne jegliche Startschwierigkeiten - wie es beispielsweise sogar unter Connery oder Moore war - ist er sofort in seinem Element und reißt das Geschehen an sich.
Die Kamera liebt Brosnan, das Publikum will jemanden, den die Kamera liebt als Bond, und die Werbepartner wollen einen smarten Anzugträger als Verkäufer ihrer Ware.
Hierfür ist Brosnan perfekt.

Wen stört es, dass sein Bond trotz der vielversprechenden Ansätze kaum Profil oder Eigenständigkeit hat. Mit Goldeneye fängt die Ära des vielleicht bestgekleidetsten und vielleicht für die Rolle prädestiniertetsten Bond-Darstellers an, aber gleichzeitig auch die Ära der Schablone Bond ohne Persönlichkeit, dem Kleiderständer und Werbelittfaßsäule Brosnan.
Goldeneye ist nicht ganz so schlecht wie sich das jetzt anhören mag, aber das Unvergeßlichste an Goldeneye ist nun mal sein Titelsong, der Rest ist solide B-Ware.
Aber nicht die B-Ware, die einen als Bond fast immer unterhält, sondern B-Ware von der Stange.

Da hilft auch der wirklich sehenswerte finale Showdown nicht viel.

4 Punkte

Details
Ähnliche Filme