Spanien im Jahr 1547. Menschen jüdischer Abstammung werden gnadenlos verfolgt und von der Inquisition dem Scheiterhaufen übergeben. Die Zeiten sind finster und nicht einfach, da stolpert der Polizeipräfekt Ruy de Mendoza (Christopher Lambert) über die hingeschlachteten Leichen des Herzogs de Santa Fé und dessen Leibwächter. Doch am nächsten Tag, beim Lokaltermin mit Polizei und Witwe, schaut der Platz aus als ob dort niemals etwas vorgefallen wäre, und die Witwe verneint dass sie überhaupt eine sei – Ihr Mann ist auf Geschäftsreise und bald wieder daheim. Nach dem zweiten bestialischen Mord, und der zweiten lächelnden “Witwe“ ahnt de Mendoza, dass hier mehr passiert als nur das Späßeken eines blutdürstigen Serienmörders. Und als die Inquisition sich langsam auf ihn und seine Familie einschießt, und es zu einem Duell mit dem Mörder und dessen Handlangern kommt, da lernt de Mendoza die grundlegende Bedeutung des Wortes “Verschwörung“ kennen.
Nach den ersten 45 Minuten war ich geneigt, den Streifen als Billigheimer aus Ungarn abzutun, der Kulissen mit schlechten CGIs ersetzt und Handlung mit schnellen Schnitten verwechselt. Aber überraschenderweise hat der Film doch noch die Kurve gekriegt und wartete mit einem Twist auf, der mich tatsächlich eiskalt erwischt hat. Gerade im letzten Drittel, wenn die Familie reinen Tisch macht, steigt der Blutgehalt enorm an, und die Spannung hält sich auch auf vernünftigem Niveau. Dazu Blanca Marsillach (DEVIL’S HONEY) die zwar älter aber immer noch zeigefreudig ist, und mit Lukács Bicskey einen Assassinen, der wirklich Angst und Schrecken verbreiten kann. Diese Augen! Diese Ausstrahlung!! Ach ja, und für Szonja Oroszlán gilt das genauso …
Insgesamt sicher nicht der Film aller Filme, aber ordentliche und spannende Unterhaltung. Ein paar negative Punkte gibt es aber leider auch zu bemerken: Die schnellen Dauerschnitte à la Bourne, die hätte es nicht gebraucht. Wie oft habe ich mir gedacht, dass eine längere Sequenz mit Kamerafahrt wesentlich effektiver und spannender geworden wäre. Und die finale Aussage des Films, über die möchte ich im Ungarn des Viktor Orbán nicht nachdenken. Zur Drehzeit 2006 war Orbán zwar nicht Ministerpräsident, aber das hat ja nicht viel zu sagen. Hier könnte man sehr unschöne Dinge interpretieren. Tu ich jetzt aber der Einfachheit halber mal nicht, stattdessen freue ich mich über einen ungewöhnlichen Krimi mit irritierenden politischen Bezügen.