Nachdem der Vorgänger „Torrente – Der dumme Arm des Gesetzes“ Ende der 1990er anscheinend ein recht großer Erfolg war, durfte Hauptdarsteller und Regisseur Santiago Segura noch einmal ran und veröffentlichte mit „Torrente 2 - Mission Marbella“ 2001 eine Fortsetzung. Nachdem der Ex-Bulle und Oberunsympath José Luis Torrente sein im ersten Teil, ähm… „erarbeitetes“ Vermögen verpulvert hat, schart er erneut eine Bande Versager um sich und gründet eine Privatdetektei. Mit seiner trotteligen, aber von sich selbst überzeugten Art gerät er zwischen die Fronten zweier Superverbrecher, die die Insel Marbella mit Raketen bedrohen…
Verglichen mit dem fulminanten ersten Teil wird hier sehr viel dicker aufgetragen. Offensichtlich stand ein wesentlich höheres Budget zur Verfügung, das man beispielsweise in einigen materialkostenintensiven Stunts verfeuert. Anscheinend wollte man eine Parodie auf klassische James-Bond-Filme mit ihren selbstverliebten Superverbrechern etc. schaffen, während man sich zuvor noch mit typischen Polizeifilm-Klischees begnügte. Das geht leider etwas zu Ungunsten des ursprünglichen Charmes des frechen Vorgängers. Viele der hochgradig politisch unkorrekten Gags, die die armselige Gestalt Torrentes und damit erzreaktionäre Spanier, die für sich Integrität und moralische Überlegenheit beanspruchen, unter diesem Deckmantel aber lediglich asoziale Rassisten sind, karikieren sollen, lassen das hintergründige Augenzwinkern vermissen und wirken einfach nur noch vulgär. Die Charakterisierung Torrentes erfolgt mit dem Holzhammer, wenn man ihn sich zum faschistischen Diktatoren Franco bekennen lässt. Nebenrollen übertreiben es mit dem Schauspiel („Overacting“) teilweise bis an die Grenze zum Nervigen. Das große Finale tendiert eher in Richtung hanebüchenen Trashs denn satirischen Slapsticks, was aber auch nur mein persönlicher Eindruck sein mag, da ich den zu parodierenden Filmen nicht sonderlich viel abgewinnen kann und das Thema für mich mit den „Austin Powers“-Filmen eigentlich bereits totgeritten wurde.
Soweit meine Kritikpunkte. Auf der anderen Seite zündet die rabenschwarze Situationskomik nach wie vor, ist Torrente immer noch die Definition eines Ekelpakets und die allgemeine Gagdichte hoch sowie auch verbal eben vom derbsten, so dass man sich noch immer zeitweise die Ohren reibt, ob man sich nicht gerade verhört hat. Insofern macht auch „Torrente 2“ immer noch viel Spaß, wenn auch ohne den Schuss Genialität, der Teil 1 zu so etwas Besonderem gemacht hat.