Schon 1991 war es bestimmt kein Fehler mehr, um nach Lösungsansätzen zu suchen, die noch etwas anderes außer dem maskierten Killer bieten, welche im Ferienlager reihenweise Teenager dezimieren. Regisseur Thomas A. Keith tat gut daran, diesen Direct-to-Video-Shot zunächst als leichtherzige Trashkomödie starten zu lassen: Es wird ausgiebig Lambada getanzt werden, die Sängerin im Club trägt ein geiles Kuhflecken-Kostüm und die halbe weibliche Cast wird gleich zum Auftakt erstmal zum Duschen geschickt. Als Monster fungiert ein unheimlicher Druide, der per Menschenopfer eine Jahrhundertkatastrophe verhindern will, jedoch nicht als klassischer Serienkiller in Erscheinung tritt.
Den Mittelteil, in dem Studis durch den Wald rennen, kann man hingegen glatt vergessen. Lediglich der Professor fackelt sich am Lagerfeuer vor lauter Dusseligkeit beinahe den Kittel ab - ansonsten ist leider nur tote Hose in der Handlung, aber sonst nix los im Unterholz. Und auch das letzte Drittel, in dem der Druide sämtliche Frauen in seine Höhle entführt, um eine davon rituell zu opfern, ist nicht der gewünschte (Trash-) Bringer. Hier hätte man sich mehr Mut zu Bier und Partyspaß erhofft, doch leider geht alles sehr bieder und wenig spektakulär von statten.
Bei der Cast waren die beiden Hauptdarsteller Betsy Russell, die man vorwiegend aus den Saw-Filmen kennt und Vincent Van Patten, im wahren Leben bis 2003 mit einander verheiratet. Den Bruder des besagten Akteurs, Nels Van Patten, hat man ebenfalls mitverpflichtet. Einpaar Trash- und Pornostars (George "Buck" Flower, Michelle Bauer, Savannah) komplettieren das Aufgebot.
Alles in allem ist "Camp Fear" durchaus sympathisch gespielt und auch sauber inszeniert worden, jedoch beibleibe kein Partyspaß und auch keine Frischzellenkur für das Slashergenre. Wie immer nur Komplettisten und eingefleischten Fans zu empfehlen. 5 von 10 Punkten.