Vielleicht hätte Amateurfilmer Philip Brophy aus "Body Melt" lieber eine "Rabid"-Kopie machen sollen, anstatt diese gähnende Horrorparodie, welche versucht typische US-Filmklischees durch den Kakao zu ziehen. Leider ist kein einziger Gag gelungen, dabei hätte man aus der Geschichte mit den Vitaminen mit fataler Wirkung durchaus etwas machen können. Im Fokus steht die Firma "Vimuville", welche sich mit Nahrungsergänzungsmittel beschäftigt und auch illegale Tests an Kunden vornimmt. Getarnt ist das Ganze als Gesundheits- und Erholungszentrum. Doch ein schrecklicher Autounfall bringt Detective Sam Phillips (Gerard Kennedy) auf die Spur des Konzerns, welcher mit Hilfe von Dr. Carrera (Ian Smith) die Tests an unwissenden Patienten vornimmt. Besonders auf die vierköpfige Familie Noble aus der Siedlung "Pebbles Court" in der Nähe von Melbourne hat es der Konzern abgesehen. Doch die drastischen Nebenwirkungen der "Vimuville" Produkte fordern bald die ersten Todesopfer.
In der ersten Halbzeit weiß man gar nicht so recht, auf was Brophy hinaus will. Und warum lässt sich "Vimuville" Mitarbeiter Ryan (Robert Simper) auch noch freiwillig die gefährliche Substanz spritzen? Auch fraglich, warum er sich die Kehle mit Spülmittel ausspült und schließlich sein Hals aufplatzt. Jedenfalls sorgt Ryan für den Autounfall, welcher sich ausgerechnet in "Pebbles Court" ereignet, weil er die anderen unwissenden Testpersonen warnen wollte.
Wie in altmodischen US-Produktionen kommt das Grauen eben durch die Hintertüre. Welches Grauen, wird sich nun der Zuschauer fragen, denn im Endeffekt passiert in "Body Melt" so gut wie gar nichts. Die vielen komischen Einwohner der Siedlung lernen wir im Schnellverfahren kennen, doch der eigentliche Sympathieträger ist Detective Phillips. Dessen Ermittlungen sind aber dermaßen langweilig, dass sie nicht die Bohne interessieren, stattdessen erleben wir mit, wie zwei doofe Teenager aus "Pebbles Court" bei einer degenerierten Hinterwäldler Familie landen, die auch mit Dr. Carrera unter einer Decke stecken. Dabei wirkt "Body Melt" wie ein Zusammenschnitt aus mehreren Handlungsträngen, die gar nicht zusammen passen wollen. Außer ein paar Splattereffekten hat der Film gar nichts zu bieten und jegliche Erklärungen lässt man gleich ganz bleiben. Immerhin hat man sich bei den sparsam gesetzten Ekeleffekten Mühe gegeben, da platzen Hälse oder Bäuche auf, es kommen irgendwelche Tentakeln heraus, recht irrwitzig ist der Einfall mit dem Bodybuilder, der den Ständer seines Lebens bekommt. Wie der Titel schon sagt, schmilzen die Körper förmlich, warum jedoch bei jedem Menschen eine andere Wirkung erzielt wird, bleibt im Dunkeln.
Stets erwartet man, dass die durch "Vimuville" Produkte mutierten Menschen endlich über andere herfallen, doch nicht mal im Finale will ein bisschen Tempo aufkommen. Und warum nimmt die Besitzerin der Firma die Tabletten zum Schluss selbst?
Man hat das Gefühl, Brophy wusste selbst nicht genau auf was er eigentlich hinaus will, immerhin hat er es nicht mal auf achtzig Minuten Lauflänge gebracht und nimmt ein wenig Rücksicht auf den gebeutelten Zuschauer. Die Darsteller pendeln zwischen Laie und Durchschnitt und in Punkto Kulisse und Score will es Brophy zu keiner Zeit gelingen auch nur den Hauch einer Bedrohung zu kreieren.
Ein paar Schleim- und Ekeleffekte hat "Body Melt" zu bieten, diese sind tatsächlich gar nicht mal übel gemacht, doch ansonsten erwartet uns ein langweiliger Film, quasi ohne richtige Story. Jegliche Erklärungen fallen aus, die Charaktere interessieren nicht die Bohne, Spannung ist ein völliges Fremdwort und genau wie Brophy selbst hat der Zuschauer nicht einen Schimmer, auf was "Body Melt" eigentlich hinaus will. Er will Horror, Splatter und Parodie zu gleich sein, das funktioniert nun mal nicht.