Pebbles Court, eine idyllische Wohngegend in Australien ist Schauplatz merkwürdiger Ereignisse. Ein Autounfall mit einem dubios entstellten Opfer ist erst der Anfang einer Verkettung von grausamen „Unfällen“. Da hinter steckt die Firma Vimuville , die die Bewohner als Versuchskaninchen für eine neue Droge ausgesucht hat.
Was uns der Australier Philip Brophy hier auftischt reiht sich nahe los in die Riege der klassischen Melt-Movies ein und braucht Vergleiche mit den Kultwerken „The incredible Meltingman“ oder „Street Trash“ nicht zu scheuen. Eingebettet in ordentlicher B-Film Atmosphäre werden hier Körpersäfte in rauen Mengen verspritzt. Da kann auch mal aus einer Nase literweise Schleim sprudeln oder sich die Plazenta einer Schwangeren verselbstständigen. Episodenhaft präsentierte Einzelschicksale der Pebbles Court Bewohner enden meist mit derben Mutationen ausgelöst durch die Droge, die als Vitamindrink getarnt in den Briefkästen landet. Als erstes wären da zum Beispiel zwei Teenager die bei einem Ausflug aufs Land die zweifelhafte Gastfreundschaft einer Inzest-Familie kennen lernen. Neben einem leckeren(??) Essen und einer Lehrstunde im Fach „Kängurujagd“ gibt’s hier auch eine anale Bestrafung durch die „wunderschöne“ Tochter des Hauses. Auch einem daheim gebliebenen Paar wird die Vorfreude auf den erwarteten Nachwuchs ordentlich versalzen. Eine unterdessen im Vimuville Fitness Center angekommene Spießer Familie macht in verschieden Formen Bekanntschaft mit den lustigen Nebenwirkungen der hauseigenen Droge, die allesamt im Leichenschauhaus enden. Nebenbei bekommt man noch den Gegenbeweis dafür serviert dass auch bei Bodybuildern „das beste Stück“ zu enormer Größe anschwellen kann. Unterlegt mit treibenden Techno-Beats werden uns hier permanent biestige FX von Bob McCarron serviert die teils so überzogen daher kommen, dass so manchen empfohlen wäre nicht beim Filmgenuss sein Mittagessen zu konsumieren. McCarron, der der schon bei Braindead, Howling 3 oder Mad Max 2 seine Latexkünste präsentierte zieht hier ganz schön vom Leder. Eindeutiger Höhepunkte des Streifens stellt ganz klar das Kotz und Rotz Happening im örtlichen Polizeirevier dar. Warum allerdings auf dem damaligen UKCover damit geworben wurde dass Brophy ja aus dem selben Land kommt wie Geoffrey Wright und Baz Luhrman und daher in der selben Liga spielen soll erschließt sich nicht ganz meiner Auffassungsgabe. Doch schlüsseln wir das mal auf: Wright debütierte mit dem Action/Drama „Romper Stomper“ in welchem Russel Crowe eine Glanzleistung als Neonazi ablieferte. Es folgten Cherry Falls, der Anti-Teenie-Slasher mit Brittany Murphy und letztendlich die second Unit Regie beim Herr der Ringe unter Jacksons Fuchtel. Und dass der werte Baz Luhrmann nur Tanz und Musical Filme wie „Strictly Ballroom“ oder Moulin Rouge inszeniert ist ja noch eine ganz andere Geschichte. Was bitte hat den Philip Brophy mit denen zu tun, der einzig und allein nur bei einem Langfilm (Body Melt!) Regie führte?? Sollte das in Mode kommen sehe ich schon die Cover Werbung auf dem UK Release von Ittenbachs „Garden of Love“: Der neue Film von dem Mann der aus Deutschland kommt genau wie Til Schweiger und Roland Emmerich! Gröööööhhhhlll!! Trotzdem ist Body Melt ein kurzweiliger Fun Splatter Film der die Defizite bei seiner Schauspieler, die teilweise derbe überchargieren , wieder durch reichhaltige Old School Latex Matschereien wieder wett macht. Muss man nicht sehen aber wenn man es doch tut hat man seine Zeit nicht verschwendet.
5/10