Review

"Body Melt" ist das übelste Machwerk das mir je unter gekommen ist. Vorneweg: ich habe die DVD geschenkt bekommen und bin erwartungsvoll "an die Sache rangegangen". Katastrophal! So einen Schund habe ich noch nie gesehen!

Da wird vollmundig auf dem Klappentext von "unglaublichen Make-Up-Effekten" gesprochen, von einem "Juwel" der australischen Filmkunst - klasse! Solch einen Humor habe ich schon lange nicht mehr vernommen! Wie Werbung und Realität doch auseinanderklaffen kann ist immer wieder ein Wunder.

Die Grundidee des Films ist dabei nichtmal so schlecht. In einem kleinen australischen Dorf passiert ein Unfall. Doch der Verkehrstote sieht gar ungewöhnlich aus: Vimuville ist eine nicht ganz koschere Firma die an diesem "Opfer" (und an ein paar mehr) eine seltsame Droge ausprobiert hat, was nun nach und nach ans Licht zu kommen scheint.

Ja, das hätte man ordentlich umsetzen können. Splatterig aufbereiten, mit Humor und Pep versehen, interessante Charaktere einführen, Nebenhandlungen aufbauen - das wäre durchaus was fürs "große Kino" gewesen. Doch diese Chance wurde gründlich vertan.

Alles fängt schon damit an, daß hier die übelsten Schauspieler zu Gange sind. Wo wurden die denn rekrutiert? In der Schultheater-AG? Nein, kann nicht sein, denn die sind nicht so mies! Oh mein Gott... man kann nur verzweifeln. Dann die Bildtechnik: Das schreit ja zum Himmel. Völlig übercolorierte bunte Mickey-Maus-Heftchen-Bilder, schrill und schräg, viel zu kontrastreich - was soll das? Soll uns das die "Psychomacke" des Filmes visuell näherbringen? Wenn ja, gings gründlich daneben! Herrjeh, das ist ja nur grausam. Dann die Filmmusik: Unpassender gings wohl nicht? Was soll das, ein schlechter Scherz? Wurden hier willkürlich irgendwelche GEMA-freien Songs aus dem Regal gezogen und per Zufallsgenerator den Szenen zusortiert?

Fragen über Fragen, die gar keiner Antwort mehr bedürfen. Denn der Film ist trotz der interessant klingenden Idee obermies umgesetzt. Die Handlung ist lau, langweilig, fad. Alles plätschert so dahin, einen Höhepunkt gibts nicht (ok, die Szene im Garten mit den bescheuerten Brüdern geht halbwegs). Gegen Ende fliesst endlich mal etwas roter Saft (das sind dann wohl diese hoch gepriesenen Make-Up-Effekte), was aber weder gruslig noch komisch ist.

Der ganze Film ist komisch - komisch im Sinn von seltsam. Ich jedenfalls habe nicht kapiert was das sein soll. Sowas nenne ich Ressourcenverschwendung, da wird Plastik für die DVD-Hülle verschwendet, Papier für den Einleger und eine DVD-Scheibe sinnlos gebrannt und der Volkswirtschaft Geld entzogen, weil die Konsumenten durch schwachsinnige Versprechungen dieses Machwerk kaufen.

Gehört in die gleiche Kategorie wie der AOL-CD-Rom-Beileger in jeder zweiten Zeitschrift: Ab inne Tonne.

(1/10)

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