Review

Was sogar schon vollmundig als Rückkehr zum großen italienischen Kannibalenfilm angekündigt wurde, entpuppt sich schnell als lauwarmes Lüftchen. Und das, obwohl der Streifen unter anderem als "Cannibal Holocaust 2" oder "Cannibal Holocaust: The Beginning" vermarktet wurde. Dabei sind die Parallelen in der Story gar nicht zu übersehen, geht es doch erneut um ein Filmteam, das im tiefsten Dschungel seiner Sensationsgier mit fiesen Tricks auf die Sprünge hilft, um am Ende selbst auf Speiseplan der Menschenfresser zu landen. Nur: Ob sowas 2004 noch wirklich Quote gebracht hätte??

Dass es sich hierbei um ein Quasi-Remake des Ruggero Deodato-Klassikers handelt, kann gar nicht abgestritten werden. Doch während der besagte Regisseur verstörende Brachialgewalt zelebrierte, lieferte Italo-Legende Nummer zwei, Bruno Mattei, leider ziemlich plumpe Hausmannskost ab. Nicht nur, dass der Plot zu sehr vom Original abgekupfert wurde, es wurde auch ein ziemlich belangloses Abenteuerfilmchen fabriziert, so dass von einer Renaissance keine Rede sein kann.

Zum einen sind die Charaktere viel zu sehr daran, sich ständig zu bequatschen. Durch seinen digitalen Look wirkt der Film wie ein Porno, noch dazu hat keiner der Darsteller das Schauspielern wirklich erfunden. Mattei selbst inszenierte teilweise so einfältig und schwerfällig, als ob es sein allererster Film gewesen wäre. Selbst im tiefsten Dschungel könne die Damen nicht auf ihr Handy verzichten oder denken selbst bei Menschenfressern hinterm nächsten Baum ans Sonnenbaden.

Hingegen lassen zumindest die zahlreichen, mitunter recht harten Splatterszenen so etwas wie ein gewisses Retro-Feeling aufkommen. Und mit einer Tränen im Knopfloch... wird leider auch dieses Comeback vertagt, denn "Mondo Cannibale" wirkt viel zu billig und zu langatmig, um wirklich überzeugen. Gerade noch 4 von 10 Punkten.

Details
Ähnliche Filme