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Nach Schwarzeneggers selbstironischen Auftritten in "Kindergarten Cop" und "Last Action Hero" war es mal wieder an der Zeit für ein bodenständiges Action-Abenteuer und "Eraser" bietet genau das, was Fans von ihrem Action-Hero erwarten:

Die hauchdünne Handlung bietet eine Regierungs-Verschwörung um illegale Waffenverkäufe eines Rüstungsunternehmens, ist dabei genauso austauschbar wie die Charaktere aus dem Drehbuch-Baukasten und lediglich Mittel zum Zweck, um Schwarzenegger mit schwerem Geschütz und markanten Onelinern gegen die bösen Buben dieser Welt antreten zu lassen.
Als US-Marshall John Kruger ist es seine Aufgabe, die hübsche Vanessa Williams als seinen Schützling vor den Killern der verschworenen Gemeinschaft in Sicherheit zu bringen, um als Hauptbelastungszeugin des FBI vor Gericht aussagen zu können.
Doch innerhalb des Zeugenschutzprogramms gibt es einen Maulwurf, der sich mit einer ganzen Armee an ihre Fersen heftet.

"Eraser" entfacht zwar nicht den ultimativen Action-Overkill von James Camerons "True Lies", dennoch bietet das typische Schwarzenegger-Vehikel dem Zuschauer eine Menge Superlative mit dem nötigen Augenzwinkern, wobei hier und da die Gesetze der Logik als auch der Schwerkraft außer Kraft gesetzt werden: da legt sich Arnie mit riesigen Krokodilen an, erledigt sie mit einem Kopfschuss und mit "Aus dir wird eine schöne Handtasche" verpasst er dem artgeschützen Reptil noch einen Todesgruß. In einer anderen Szene sieht er sich doch glatt mit einem frontal auf ihn zusteuernden Jet auseinandergesetzt und steht auch sonst unter permanenten Dauerbeschuss durch elektromagnetische Impulswaffen, die für jede Menge pyrotechnischen Budenzauber sorgen.

Ja, "Eraser" ist ein temporeiches, lautes Krawumm-Bonbon, das zu maßlosen Übertreibungen neigt und einfach nur Spaß macht.
Für den sorgt auch Robert Pastorelli in einer dankbaren Nebenrolle als ehemaliges Mafia-Mitglied, dass durch Kruger eine zweite Chance bekommen hat und ihm im Kampf gegen seine Gegner tatkräftig zur Seite steht.
Vanessa Williams als drittes Mitglied des Trios macht ebenfalls eine gute Figur und zeigt vollen Körpereinsatz, auch wenn ihr die Rolle nicht viel Talent abverlangt. Aber für eine ehemalige Popsängerin schlägt sie sich wacker und kann mit Arnies begrenztem Minenspiel bedenkenlos mithalten.

"Eraser" hat also alles, was ein guter Actionfilm braucht: einen wackeren Helden, der allen Splittern, Kugeln und Explosionen trotzt, ein hübsches, junges Fräulein in Bedrängnis, das es zu retten gilt, einen widerlichen Bösewicht (vergleicht man James Caans Darstellungskünste mit denen von Schwarzenegger: schon nahezu preisverdächtig!) und eine ausgewogene Mischung aus Action und Humor. Lediglich der theatralisch anmutende Score von Alan Silvestri passt nicht ganz in den Film, der so angenehm "retro" wirkt, als stamme er aus Arnie Hochzeit: den wilden 80ies.

7,5/10

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