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Endlich! Nach 5 Jahren der kindgerechten Selbstironie („Last Action Hero“, „True Lies“) und einem flachen Ausflug ins Komödienfach („Junior“) besann Arnold Schwarzenegger sich wieder auf alte Werte und lieferte mit „Eraser“ einen geradlinigen, unterhaltsamen Actionfilm, der das Genre zwar nicht neu erfindet, seine Fans aber durchweg zufrieden stellte. Gleichzeitig ist dies leider auch sein letzter nach traditionellem Konzept gestrickter Film, denn spätere Filme sollten sich zumeist am aktuellen Themen („End of Days“ (Millenium), „The Sixth Day“ (Genforschung)) orientieren. Der Versuch mit „Collateral Damage“ noch mal an alte Erfolge anzuschließen, sollte, auch dank des 11. Septembers, kläglich scheitern.

Hier haben wir aber noch den „alten" Arni, der nur weitläufig Gedanken an einen Senatorposten verschwendete und zeigt, dass er keineswegs eingerostet ist. Mit dem markigen Namen John Kruger ausgestattet, gibt er den lässigen, dominanten Schweinepriester, als wäre er nie weg gewesen. Als für das Zeugenschutzprogramm arbeitender U.S. Marshall hat er allerhand zu tun, um seine Schäfchen vor dem Jenseits zu bewahren und so werden gleich in den ersten Minuten ein paar Bösewichte zerlegt.

Die Story von „Eraser“, ist trotz einiger überraschender Plotwendungen nicht die innovativste und kaut mit den im Hintergrund die Strippen ziehenden bösen Waffenkonzernen und geldgeilen Politikern nur Althergebrachtes wieder, kann sich aber dank der regelmäßigen Actioneinlagen sehen lassen. Regisseur Chuck Russell („The Mask“, „The Scorpion King“) versteht es die steirische Eiche in Szene zu setzen und ihr ansprechende Oneliner auf die Zunge zu legen. Das Repertoire reicht von Ballereien mit herkömmlichen Waffen und Railguns, über Prügeleien und dem einen oder anderen spektakulären Einfall. Leider kranken letztere an den schwachen CGI-Effekten, die damals noch in den Kinderschuhen steckten. Arnis Sprung aus dem Flugzeug ist, wie auch die Krokodile, insgesamt doch schwach programmiert worden.
Neben den optischen Highlights des Films, den Railguns, sehen vor allem diverse Explosionen ein ums andere mal wirklich verdammt schick aus. Großes Lob an die Pyrotechniker an dieser Stelle.

Dank der, oft durch Johnny C. (Robert Pastorelli) verursachten, Humoreinlagen, kommt auch die Selbstironie („Let’s Party“ auf Arnis Jacke) nicht zu kurz. Eine Parodie auf sich selbst und sein Genre, wie zum Beispiel „True Lies“, ist „Eraser“ aber nie. Dafür präsentiert er seine Action mit an die Neunziger angepassten Shootouts und brechenden Knochen dann einfach zu brachial.

Während Vanessa Williams („Shaft“, „Futuresport“) als Opferlamm nur verschreckt aus der Wäsche schauen muss und ansonsten keine schauspielerischen Talente benötigt, darf James Caan herrlich trocken-fies durch den Film stapfen. Die großen Namen James Coburn und James Cromwell haben nur Nebenrollen, so dass alle Blicke auf Arni gerichtet sind. Der schlägt sich erwartungsgemäß als sympathischer und seine Prinzipien verteidigender Kämpfer für das Gute und Allzweckmittel gegen jede Gefahr. Ob Schrotflinte, Messer, Muskeln oder Nahkampftalent – Arni hat alles parat. Und wenn nicht, wird einfach zur Railgun gegriffen.

Fazit:
Klar bleibt bei „Eraser“ die Story schnell auf der Strecke, aber massig Action, ein bombastisches Finale und ein sich in alter Form präsentierender Arni lassen den Actionfan in mir darüber hinwegblicken. Da fallen auch die modernen Hightech-Ideen gar nicht mehr so negativ auf. Es ist laut, temporeich, sieht geil aus und es hört sich gut an (Score: Alan Silvestri („Predator“, „Van Helsing“)). Das soll hier ausreichen..

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