Mit den siebziger Jahren kam für die Hammer-Filmproduktion die Kehrtwende vom klassisch-gotischen Gruselhorror zum etwas verspielteren, erotischen und teils auch blutigeren Horrorfilm, in den sich aber auch schon mal Brüche und Ironisierungen typischer Horror-Erzählmuster mischten. Jimmy Sangsters Frankenstein-Neuaufguss befindet sich hier zwischen den sprichwörtlichen zwei Stühlen. Sangster greift nicht auf die legendären Schauspielergrößen zurück, die die klassischen Hämmer getragen haben, sondern lässt jüngere Akteure auftreten, die man eher der neuen Welle zuordnet. Aber für ein paar Bilder von Blut und nackter Haut, wie es damals üblich wurde, war er sich offenbar noch zu fein. So entstand ein Film, dem sowohl die Schauwerte der alten wie auch der neuen Hammer-Produktionen fehlen. Damit wirft er die Frage auf, warum man diesen Film überhaupt drehen musste.
Die Hauptdarsteller sind immerhin nicht zu verachten. Ralph Bates ist kein knochiger Peter Cushing, vermag seiner Rolle aber Profil zu verleihen, indem er sowohl den Charme als auch die Kälte des jungen Frankenstein überzeugend vermittelt. Kate O'Mara, verführerisch als hübsches Biest in Szene gesetzt, spielt eine intrigante Haushälterin. Obendrein bekommt man David Prowse, den späteren Darsteller des Darth Vader aus Star Wars, als Frankensteins Monster zu sehen. Das Monster gehört zu den größten Enttäuschungen des Films. Seine Maske sieht so aus, als hätte man ihm einen riesigen Klumpen Knetmasse oder Kaugummi auf den Schädel geklebt.
Da weicht Frankensteins Horror, den der Filmtitel ankündigt, einer Mischung aus Belustigung und Müdigkeit.
Ein im großen und ganzen überflüssiger Nauaufguss der Frankenstein-Geschichte. Zwar mit guten Schauspielern versehen, aber ohne viel Atmosphäre, Blut und was man sonst noch gerne gesehen hätte.