"Lebe und denke nicht an Morgen" ist mal wieder ein meisterlicher Film aus der Traumfabrik Indiens und zählt unter diesen wohl zu den Herausragendsten. Zunächst aber die Story.
Die Inderin Naina lebt zusammen mit ihren beiden Geschwistern Gia und Shif und ihrer Mutter Jennifer in New York. Gestört ist die Familienidylle jedoch durch ihre herrische Großmutter, die Jennifer für den Tod ihres Sohnes verantwortlich macht und auch die adoptierte Gia nicht anerkennt. Eines Tages jedoch zieht der fröhliche Amman in das Viertel der Familie und verbreitet nicht nur Freude, sondern schafft es auch die sonst so verschlossene Naina zu bezaubern, die vorher nur zu ihrem Seminarbekanntschaft Rohit eine Freundschaftsbeziehung hatte. Doch sorgen Ammans Taten auch für eine komplizierte Dreiecksbeziehung, als nicht nur Amman sondern auch Rohit Gefühle für Naina entwickelt.
Das Ganze härt sich natürlich nach einer glatten Liebesgeschichte an und das wird auch bestätigt. Doch die Geschichte wird nicht eintönig, farblos oder ausgelutscht präsentiert, sondern in einer Weise, die das Publikum absolut zu Fesseln versteht und viel Abwechslung bietet. So bietet der Film einerseits wirklich herzzerreißende Momente, in denen die Gefühle, die die Darsteller erschaffen auch den Zuschauer erreichen und ihn bezaubern. Andererseits jedoch sind auch einige äußerst amüsante Elemente eingebaut, die jedoch nie aufgesetzt oder fehl am Platz wirken. Hier wurde wirklich gute Arbeit geleistet, denn alles fügt sich herrlich zusammen und der Betrachter fühlt sich von Story und Gefühlen mitgerissen. Aufgelockert wird dies dann noch durch die perfekt choreographierten Tanzszenen, die wohl in indischen Produktionen standardmäßig vorkommen zu scheinen. Diese Szenen sorgen zudem dafür das wie beschrieben diese abwechslungsreiche Atmosphäre entsteht, die den Film dermaßen einzigartig macht. Darüberhinaus wirken die Szenen regelrecht faszinierend und zwingen einen einfach dazu sie mehrmalig zu sehen. Dabei verlieren sie aber nicht an Wirkung.
Desweiteren entwickelt sich auch die Story nicht in eine klischeehafte Richtung, sondern bietet immer neue Erkenntnisse bis hin zum, in meinen Augen wirklich recht bewegenden Ende, das für mich die letzte halbe Stunde darstellt. Denn hier wirkt nicht nur eine Szene oder ein Bild, hier ist es der Gesamteindruck dieses Filmteils der wirklich tragische Momente bietet, die den Zuschauer nicht kaltlassen, sofern er sich in die Welt der Figuren hineinversetzen konnte.
Auf schauspielerischer Ebene absolut gute Leistungen von hierzulande eher unbekannten Schauspielern, die dagegen wahrscheinlich in ihrem Heimatland Megastars sind, was auch aufgrund ihrer Ausstrahlung nicht gerade verwunderlich wäre.
Fazit: Es gibt Lacher, Tänze, Tragik, Gefühle und eine gute Story. Tja, was will man mehr.