Review

Keine Sympathie für den Teufel


Heavy Metal und Horrorfilme - zwei Dinge, die vor 30 bis 40 Jahren noch wesentlich übler aufstießen als heute. Und es gab sogar bizarre Fusionen dieser beiden „jugendversauenden“ Kunstrichtungen. „Rocktober Blood“ oder „Trick or Treat“ sind da prominente Beispiele. Mal zu der einen, mal zu der anderen Seite schwankend. Und genau in diese meist vor Kino-Camembert nur so triefende Wunde stößt auch der spektakuläre „Black Roses“, in dem eine mysteriöse Rockband die Jugend einer skeptischen US-Kleinstadt auf ihre Seite zieht - und das ist keine geringere als die des Satans (of Rock?!) höchstpersönlich...

„Black Roses“ ist einer dieser Sinnlos- und Quatsch-Filme, bei denen ich die etlichen Mängel klar und deutlich vor mir sehe, jeder tut dies, da sie kaum kaschiert werden und auch kaum kaschierbar wären, dem ich diese allerdings null übel nehmen kann. Ganz im Gegenteil - sie machen seinen Charme nur noch größer. „Black Roses“ ergibt wenig Sinn und hat keine echte Spannung, könnte objektiv und qualitativ kaum weiter von einem Horrorklassiker entfernt sein. Obwohl es ein paar „Elm Street“-artige Szenen gibt und zumindest das Poster großartig ist. Doch gerade dieses Chaos auf der filmischen Straße und die unverkennbare „Keine Ahnung wohin mit meinen PS“-Attitüde verzaubert mich dennoch immer wieder ein Stück. Glam Rock trifft auf Halloween, ein augenzwinkernder Gruß an Zensoren und besorgte Bürger, Eltern, FSKler. Es gibt mehr Brüste als Blut. Aber auch das geht i.O. Ein klassischer Fall von „So bad it's good“. Und das meinen sowohl ich als auch der Film vollkommen aufrichtig und umarmend. Egal wann und an welcher Stelle ich zu „Black Roses“ schalte - ich bleibe dran, ich bin fasziniert. Oft aus den falschen Gründen. Aber who cares. 

Fazit: what a hot mess! Rock, Dämonen, Ozzy, Boobies, Zensur, Chaos, Satanismus, 80s - Wahnsinn! „Black Roses“ ist ein durch und durch inkompetenter Film. Oft vollkommen off, daneben, bad taste ohne Ende. Aber eben einer, der verdammt bizarr unterhält, runter geht wie feuriges Öl und ohne Scham in Schulterpolstern auf die Bühne kackt, dabei grinst und sich furchtbar cool vorkommt. Das muss man sehen. Kein Death Metal, eher käsiger Kuschelrock from Hell. Auch geil. Alles andere als stilvoll - aber diabolisch spaßig! 

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