Review

Es ist immer ärgerlich wenn man einen seltenen Film mit klangvollem Ruf sichtet, und sich dieser selbst mit gutem Willen nur als ziemlich lahme Angelegenheit entpuppt.
Dieser Giallo eines amerikanischen Regisseurs, mitproduziert von Sleaze-Experte Dick Randall, gehört leider dazu.

Trotz des namhaften europäischen casts und der italienischen Schauplätze mag hier kaum Atmosphäre aufkommen. Den Schwarzen Peter kriegt dabei ganz klar die unzureichende Regie von Mr. Rose, welche die recht potenten Mittel und Situationen einfach nicht auszunutzen vermag. Somit kommt weniger Spannung als viel mehr Ärger auf, werden doch unzählige Möglichkeiten für einen deftigen Italo-Thrill mit Schocks und Erotik verspielt (eine Sexszene zwischen einem Schnauzbart und einer geilen Italomama ist einfach nur schäbig gefilmt).

Beachtet man dann noch die konstant unpassende, nervige Musikbegleitung, möchte man den Machern schon fast den rechten Willen zu einer gelungenen Produktion absprechen. Kommt es mal zu einem stimmungsvollen Moment, etwa wenn Fräulein Giordano durch den altertümlich wirkenden Ort streift, wird dies in keinster Weise genutzt und ausgebaut - es bleiben herausstechende Momente, welche den miefigen Rest noch langweiliger erscheinen lassen.

Zudem wird, sowohl in der englischen wie in der italienischen Fassung, mal wieder sehr viel gelabert, OHNE das dabei etwas Sinnvolles/Hilfreiches gesagt wird... Denn die Story um eine Pension, welche einen Kult von perversen Gewaltfickern (oder so) beherbergt, wird nicht gerade einleuchtend erzählt.

Klar gibt es nette Momente und Elemente, wie den ikonischen Bösewicht mit der roten Kutte oder die blutüberströmte Blondine, aber das reicht nicht für einen guten Film - und erst recht nicht für einen guten Giallo!

Objektiv und ehrlich betrachtet absolut kein Knaller! 4/10

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