Review

Eine Inhaltsangabe muss man hier nicht schreiben, denn Franjus „Le sang de bêtes“ ist eine Dokumentation, die den Zuschauer noch lange verfolgen wird, da fast jeder in irgendeiner Weise damit zu tun hat.
Zunächst beginnt der Film recht human, uns wird ein wenig über Paris erzählt, wir erleben den natürlichen Alltag in einer Großstadt, Kinder spielen usw.
Doch dann schwenkt die Kamera in Richtung eines Schlachthauses in Paris. Uns wird kurz erklärt, welche Geräte man so braucht (Bolzenschussgerät, Säge etc.) und schon wird ein Pferd ins Schlachthaus gebracht und die Arbeit beginnt...

Was dann in den nächsten knapp 20 Minuten kommt, dürfte zu viel sein für manchen hier. Im Detail wird gezeigt, wie Pferde, Kühe, Schafe usw. geschlachtet werden, und ich meine geschlachtet. Was man heutzutage kaum noch sieht oder sich gar nicht vorstellen kann, wird hier in brutaler Offenheit gezeigt. Vorher wird uns noch erklärt, wer der Schlachter ist (teilweise sind es ehemalige französische Boxer, die sogar Spezialisten für das eine oder andere Gerät sind) und dann geht es los. Wem nicht spätestens dann flau im Magen wird, dem ist nicht zu helfen.
Zwischen den Greulszenen bringt Franju immer wieder einige beruhigende Bilder, die in der französischen Fassung von einer Frau begleitet werden, die Schlachtszenen darf immer ein Mann kommentieren. Mein persönlicher übelster Moment ist, wenn man noch kurt vorher in die Augen eines Schafes sehen darf, welches dann bei lebendigem Leibe die Kehle durchgeschnitten wird.

Man darf hier Franju nicht vorwerfen, er wäre nur auf Ekel aus, denn so ist nun mal unsere Gesellschaft. Der Mensch konsumiert eine Unmenge an Fleisch, also muss es Menschen geben, die die besagten Tiere töten und daraus Fleisch machen. Ob Tiere heutzutage immer noch so geschlachtet werden oder ob mittlerweile mehr mit dem Bolzenschussgerät gearbeitet wird, kann ich nicht sagen, für die Tiere wäre es sicherlich besser.


Fazit: Eine schonungslose ehrliche Dokumentation über den Alltag Pariser Schlachthäuser, was aber ebenso gut überall stattfindet. Worüber man sich kaum Gedanken macht, wird dem Zuschauer hier auf ehrlichste, aber wohl auch brutalste Weise präsentiert. Deswegen befürchte ich, wird diese Dokumentation einigen Tierfreunden und/oder Leuten mit nicht ganz so starken Mägen einige Probleme bereiten. Eine Dokumentation, die trotz der kurzen Lauflänge lange auf den Zuschauer wirkt, denn was man hier in 20 Minuten um die Ohren geschlagen bekommt, schafft kein fiktiver Film dieser Welt.

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