Review

Inhalt:

In der mittelalterlichen, chinesischen Martial-World, in der sich die Clans, Helden und Schurken in einem ständigen Wettstreit um die Oberherrschaft bekämpfen. Ein junges Paar mit zwei kleinen Babies wird von 10 Meistern verfolgt.

Das Paar befindet sich im Besitz einer Karte, die zu einer speziellen Waffe führt, der "Holy Flame", mit der die Oberherrschaft errungen werden könnte. Das Paar will die Karte nicht hergeben, und so werden die beiden von der "Grandmaster Yin of O Mei" (Leanne Lau Suet-Wah aka Liu Hsueh-Hua) und "Monster" Ku Pan Kuai (Jason Pai Piao) getötet!

Ku will auch die Säuglinge töten, doch kommt ihm "Phantom" Ya Ma Elder (Kuo Chui aka Phillip Kwok) zuvor, er rettet Wan Tien Chu, den männlichen Säugling. Der weibliche Säugling wird von Yin of O Mei aufgenommen, bevor Ku diesen umbringen kann.

In 18 Jahren soll ein Duell ausgetragen werden.

Diese Zeit vergeht, und Wan Tien Chu ("Max" Mok Siu-Chung) wurde zu einem starken KungFu-Fighter erzogen. Er soll die "Holy Flame" finden, und wird auf die Suche geschickt. Er kann diese Waffe finden, wobei ihm die aparte Miss Dao Juan Erh (Yung Jing Jing) zu einer Gefährtin wird. Wie zunächst auch Duan Yuan San (Lau Siu-Kwan), der jedoch ein Schüler der Gegenseite ist.

Auch der weibliche Säugling von einst ist nun erwachsen, die schöne Dan Fung (Yeung Ching-Ching) ist ebenso eine starke Kämpferin, ausgebildet von Yin of O Mei. Über die Mörder ihrer Eltern wird sie indes belogen.

Von der "Holy Flame" gibt es zwei Versionen, eine Yin-Version und eine Yang-Ausgabe. Erstgenannte ja im Besitz von Wan Tien Chu und dem "Phantom" Ya Ma, die Andere haben Dan Fung und Yin.

Nach einigen Kämpfen, Wirrungen und Intrigen, finden die Geschwister wieder zueinander, und vereinen sich unter dem "Phantom" Ya Ma. Und auch Miss Dao ist auf Seite der Guten. Es soll zunächst wie geplant zum Duell zwischen Schwester und Bruder kommen, doch wendet sich das Blatt.

Es kommt zum Show-Down, das Böse und das Gute stehen sich in einem trickreich-magischen Kampf auf Leben oder Tod gegenüber...!

Kritik:

Oh mein Gott. So ein buntes Durcheinander, so einen verrückten Eastern der Shaw Brothers habe ich noch nicht erlebt.

Nach dem Erfolg von "The Battle Wizard" ("Das Blut der roten Python", siehe mein Review auf dieser Webseite) unter der Regie von Pao Hsue-Li, wollten die Studios der Shaw Brothers mit ähnlichen Streifen nachlegen und Kasse machen. So entstand denn auch "Holy Flame of the Martial World" als kunterbuntes, mit vielen flashig-magischen Tricks gespicktes Fantasy-Eastern-Spektakel. Einmal mehr in den surreal-fantastischen Super-Sets der Shaw-Studios, die ja in der Filmwelt ihresgleichen such(t)en.

Das ist denn auch eine der Stärken dieses Fantasy-Eastern ala "The Battle Wizard", die surreal-künstlichen Shaw-Sets, und die durch sie einmal mehr typische und tolle Atmosphäre. Und das geradezu irrwitzige, fulminant hohe Tempo was dieser Film geht, dazu die mega-rasanten, ultra-dynamischen KungFu- und WuShu- (überwiegend Swordplay)Fights. Da kann keine Langeweile aufkommen, ein irre hohes Tempo und jede Menge Action.

Okay, das sind die Stärken. Aber es gibt auch jede Menge Mankos. Denn die Story ist höchst verworren, das Tempo ist so hoch, dass man kaum mitkommt das alles zu begreifen, sacken zu lassen und den Zuseher auch mal verschnaufen zu lassen. Dazu ist das alles auch noch reichlich crazy, überdreht, überfrachtet-überladen, und die ganzen Tricksereien mit Firlefanz und Flash-Kawumm sind eine übertriebene Effekt-Hascherei sondergleichen.

Puh, also Wahnsinn. Wobei das sicher Ansichtssache ist, wer gerne überdreht-verrückte Streifen mit Tempo-total klasse findet, bitte. Mich überforderte das doch ziemlich, vielleicht bin ich für derlei zu alt (58). Nee, also, sowas von crazy und überladen, fast durchgeknallt, boah ey Alta Schwede.

1983, die Studios der Shaw Brothers, so legendär wie letztlich in ihren letzten Zügen liegend und auf jeden "Zug" aufspringend der Kohle versprach um das Leben der Studios zu verlängern. So wurden die KungFu-Kommödien der Studios immer alberner, und die Fantasy-Eastern immer überdrehter. Dass man am Ende nicht mehr mit den Entwicklungen im Asia-Kino mithalten konnte, und die Studios 1985 schlossen, lag denn auf der Hand.

Nur noch wenige Streifen konnten denn in den letzten Shaw-Jahren noch überzeugen. Und auch hier hatte ich mir mehr versprochen, zumal Regisseur Lu Chin-Ku im selben Jahr und fast demselben Cast mit "Lady Assassin" (siehe meinen Review auf dieser Webseite) reüssieren konnte. Dieser schräge Fantasy-Eastern hingegen, oh my goodness.

Zu den Darsteller*Innen gibt es kaum was zu sagen, der Film rauscht durch Effekte und Irrsinns-Tempo fast an ihnen vorbei. Kann man gar nicht beschreiben. Leanne Lau Suet-Wah (aka Liu Hsueh-Hua) ist der weibliche Villain als illustre Clan-Chefin, an ihrer Seite Jason Pai Piao als blonder (!) Bösewicht, crazy-durchgeknallt. Aber Jason Pai Piao habe ich so echt noch nicht erlebt, was aber interessant ist und fast auch zu den "Stärken" des Films gehört.

So wie "Venom" Kuo Chui (aka Phillip Kwok), als Sifu, als Mentor gar eines jungen Geschwister-Gespanns, auf Seiten der Guten. Auch das eine besondere Rolle, so habe ich Kuo Chui auch noch nicht erlebt. Kuo Chui und Jason Pai Piao mal in so überdrehten Rollenbildern zu sehen, gehört eigentlich zu den Pluspunkten dieser Produktion.

Das Geschwister-Paar indes, "Max" Mok Siu-Chung und Yeung Ching-Ching, sie machen ihre Sache tapfer, sind agil und gehen das Tempo taff mit. Aber auch sie verlieren sich im zu rasanten Trick-Spektakulum.

Man entdeckt noch Lau Siu-Kwan in undurchsichtiger Rolle, sowie Chiang Tao -absolut durchgeknallt- und die schöne Candy Wen Xueh-Erh. Apropos, immerhin noch was Positives: Die Shaw-Starletts, hier in etlichen Neben-Rollen und -Röllchen, was das überfrachtete Chaos weiter pusht, sind einmal mehr sehr schön anzusehen. Typisch Shaw Brothers, zählten bei den Starletts vorwiegend optische Kriterien. Die würde ich nur abweisen, stünde ein Ultra-Dreier mit Mikayla Demaiter und Hayley Bentley für mich an..., boah, von was ich so träume..., allerhand wa´?

Was bleibt sind die KungFu- und WuShu-Fights. Super-rasant und voller Dynamik, dem irren Tempo des Films also angepasst, was den Zuseher aber immer mehr verwirrt. Zuzüglich des äußerst schnellen Schnitts, wird hier im Ratzfatz-Verfahren gefightet und geprügelt, dass die Schwarte kracht. Also Langeweile kommt da bestimmt nicht auf, da wird aber leider auch zu viel irreal rumgeflogen und durchs Bild gesaust, Saltos und Handstandüberschläge en masse, die Pfeile, Schwerter und Sonstiges aus Shaws Waffen-Arsenal fliegen und sirren durch die surreale (Studio-)Luft. Tja, weniger wäre auch hier sicher mehr gewesen.

Was soll man resümieren?

"Holy Flame of the Martial World" ist hemmungslos überladen, crazy und zu effekthascherisch tricky, mit einer verworrenen-hanebüchenen Story, und überdrehten Fantasy-Elementen. Aber das sehr hohe Tempo und das man irgendwie doch fasziniert dem irren Treiben zusieht, Kuo Chui und Jason Pai Piao völlig untypische Rollenbilder ihren Fans bieten, schöne chinesische Starletts auftreten, Langeweile nicht aufkommen kann und pausenlos Action ist, hievt alles noch auf eine mittlere Note, wohlwollend aufgerundet.

5/10.

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