Review

„Saufen oder verrecken, yiiiihihihahaha...“

„Night of the Demons“ von US-Regisseur Kevin Tenney („Witchboard“, „Anthony II“) ist ein typischer 80er-Ami-Horror-Videotheken-Spaß aus der B-Riege. Die Story ist minimal: Eine Halloween-Party inkl. spaßiger Dämonenbeschwörung im sagenumwobenen alten Hull House gerät außer Kontrolle, als dämonische Kräfte tatsächlich zu wirken beginnen, Jagd auf die Eindringlinge machen und einen nach dem anderen ebenfalls in einen Dämonen verwandeln.

Man bekommt einen Teenager-„Tanz der Teufel“-Abklatsch inkl. stereotyper Charaktere, gelungener Masken und blutiger Spezialeffekte, atmosphärisch morbider Gruselhauskulissen und etwas schwarzem Humor geboten. Tenneys Film braucht eine ganze Weile, bis er so richtig in die Gänge kommt, in der man die Charaktere – eine Bande Klischee-Teenies inkl. zeigefreudiger Mädels, eingefangen von einer voyeuristischen Kamera – vorgestellt bekommt, unter ihnen „Scream Queen“ Linnea Quigley („Graduation Day“, „Return of the Living Dead“), Alvin Alexis („Ein Concierge zum Verlieben“) und Hal Havins („Witchtrap“). Amelia Kinkade etabliert als Angela die Rolle der verführerischen Gothic-Schönheit, die zur Oberdämonin wird und als Aufhänger für zwei Fortsetzungen herhalten musste. Die darstellerischen Leistungen schwanken zwischen etwas fragwürdig und zweckmäßig, doch das Drehbuch hält immer mal wieder eine Überraschung wie aufreizende Tanzszenen oder gewisse charakterliche Entwicklungen parat. Auch, was die Effekte betrifft, wurde manch krude Idee verarbeitet, beispielsweise eine besondere Art, einen Lippenstift verschwinden zu lassen...

An der geballten 80er-Jahre-Stimmung, die man – vermutlich abhängig vom eigenen Geburtsjahr – entweder liebt oder hasst, ist besonders schön die Allgegenwart der Punk-Subkultur, was sich nicht nur in den Charakteren, sondern auch in ständig auftauchenden Emblemen damals angesagter Bands widerspiegelt. Der eigentliche Soundtrack aber besteht aus einer gewohnten, mal gefälligen, mal stimmigen bis wirklich hörenswerten Synthesizeruntermalung. Alle Bemühungen, eine makabre Atmosphäre zu erzeugen, werden leider von der billigen deutschen Synchronisation torpediert, doch man schlägt sich wacker und sollte als erfahrener Filmfreund in der Lage sein, diesbzgl. zu trennen.

Herausragendes hat „Night of the Demons“ nicht zu bieten und so wirklich gruselig ist hier kaum etwas, aber dass sich der Film selbst nicht bierernst nimmt, sollte bereits anhand der Zeichentrick-Titelsequenz deutlich werden. Der Härtegrad jedoch ist aus damaliger Sicht als gehoben zu bezeichnen und allgemein dürfte der Film seinerzeit ein kleiner Knaller auf den Pausenhöfen gewesen sein, wenn er auch für sein Entstehungsjahr 1988 bereits ein wenig hinterhinkend wirkt. Wer mit anspruchsloser 80er-Horrorkost, wie man sie damals mit ein paar Kumpels heimlich geguckt und sich über die handgemachten SFX (oder den Titten...) gefreut hat, auch heutzutage noch etwas anfangen kann, sollte Tenney und seiner kurzweiligen, unterhaltsamen Dämonenbrut ruhig mal eine Chance einräumen – wer bis zum Ende durchhält, bekommt sogar noch eine nette Pointe spendiert.

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