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Im Pilotfilm zur sich anschließenden Serie um den grünen Wüterich inszenierte Kenneth Johnson nach eigenem Drehbuch die Entstehungsgeschichte der Comicfigur. Dabei handelte es sich um die erste Realverfilmung, produziert für Universal Television.

Bei einem Autounfall verlor Dr. David Bruce Banner seine Frau, die er nicht aus dem Wrack retten konnte. Von diesem Ereignis traumatisiert, forscht er nach der Quelle, die manchen Menschen in Extremsituationen eine übermenschliche Kraft verleiht. Als er einen Zusammenhang zwischen den von ihm untersuchten Personen entdeckt, führt er ein verhängnisvolles Selbstexperiment durch.

Aus heutiger Sicht verlangt die Erzählung schon etwas Geduld. Denn während Dr. Banner und seine Kollegin Dr. Marks an den Ursachen und der Wirkung auf Banner herumforschen, weiß man als Zuschauer schon, was los ist. Die Figur des Hulk und dessen Geschichte sind inzwischen einer breiteren Masse bekannt. Und dieser Wissensvorsprung zieht sich durch den gesamten Film, der auch nicht gerade auf die Tube drückt.
Bill Bixby als Dr. Banner ist hier in seiner wohl bekanntesten Rolle zu sehen. Richtig viel erfährt man über ihn (noch) nicht, doch schafft er es, den Verlust als Antrieb zu vermitteln. Susan Sullivan als seine Kollegin Dr. Marks gibt eine gute Ergänzung ab, dient ebenso als Expositionshilfe für Banner als auch den Hulk. Lou Ferrigno, grün angemalt und mit animalischem Make-up, bekommt ein paar destruktive Auftritte. Wobei mir sein Design nicht so recht zusagt. Als personifizierte Wut ist er mir hier auch zu kontrolliert und unterscheidet gleich zu strukturiert zwischen Gut und Böse. Er randaliert, er hilft.

Aus seiner Entstehungszeit als TV-Film betrachtet geht das in Ordnung, sofern man sich mit dieser Inkarnation der Figur arrangieren kann. Gleiches gilt für die Effekte, die nicht zahlreich sind. Überhaupt ist der Pilot nicht reich an Action, erst gegen Ende wird es dann noch etwas dramatisch und explosiv, es endet alles vorbereitet für die Fortführung als Serie. In diese folgte auch Jack Colvin als Reporter McGee, der Banner auf den Fersen bleibt. Das Design ist dabei fest in seiner Epoche verhaftet, gerade die Klamotten wehren sich gegen jede Zeitlosigkeit. Ohne Charme ist das allerdings nicht.
Gelungen ist das musikalische Hauptthema von Joseph Harnell, das als „The Lonely Man Theme“ gut ins Ohr geht und dem Szenario mehr Melancholie verpasst, als es der Film an sich schafft.

Als Pilotfilm dient „The Incredible Hulk“ der Einführung, setzt die Eckpunkte der Figuren und des Szenarios, das dann in die gleichnamige Fernsehserie und diverse weitere TV-Filme mündete. Ob die Einleitung in dieser Länge notwendig war, darüber kann man diskutieren. Insgesamt aber ein okayer Einstieg, wenn auch ohne viel Action, aber mit viel Exposition und einem erinnerungswürdigen musikalischen Thema.

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