Was deutsche Synchronisation alles so anrichten kann, findet sich bei den LUCKY KIDS eindrucksvoll dokumentiert. Nicht nur, dass das top-agile Kung Fu Trio in der deutschen Fassung seine chinesischen Namen abgelegt hat, nein auch die stimmlichen Temperamente liegen auf Nachmittagsserienniveau. Dabei bringt "Die Freundschaft" ausgeklügelte Szenenbilder auf gutem Kinoniveau, die die zerfahrene Musikdramaturgie leider nur selten adäquat akzentuiert.
Im Nordchina der 30er Jahre schlagen sich Aro, Speckie und Tiger zur Zeit des "Langen Marsches" mehr oder minder edel durch's Leben, bevor sie unter chaotischen Umständen zusammenfinden und sich von der unstillbaren Sehnsucht des dicken Xiao Pang nach Mama anstecken lassen. Wegen der vielen Kung Fu Szenen verliert man als unbedarfter Zuschauer ab und zu den roten Faden und hat generell den Eindruck, eher einem Melodram beizuwohnen als einer Komödie.
Die Herstellung einer Stummfilmfassung mit alternativem Musiksoundtrack sollte an einem leistungsfähigen Computer eigentlich kein Problem sein.