Wald, fünf Studenten und eine Wackelkamera. Der erste Verdacht fällt auf den allseits viel diskutierten „Blair Witch Project“, den hier ein paar Schweden zu imitieren scheinen.
Um es nicht ganz dabei zu belassen, bemühte man schließlich noch Motive aus „Body Snatchers“, „Die Dämonischen“ und „Alien“.
Eine Weile funktioniert das auch ganz gut, doch auf Dauer merkt man dem Drehbuch seine Einfallslosigkeit deutlich an.
Fünf Biologiestudenten, drei Männer und zwei Frauen, allesamt nicht mehr die jüngsten, reisen in eine abgelegene Waldgegend, um das Gebiet eines Waldbrandes zu untersuchen.
Dabei stoßen sie auf ein lebloses „Ding“, eine Art Tier, das weder verbrannt scheint, noch Merkmale eines ihnen bekannten Lebewesens aufweist. Nachdem eine Studentin zunächst über Übelkeit klagt und tags darauf unkontrolliert schreiend in den Wald rennt, breitet sich langsam Unwohlsein unter den Verbliebenen aus.
Bei dieser No-Budget-Produktion sticht die wackelige Handkamera wirklich sofort ins Auge.
Schon beim Reiseantritt im Zug schwenkt sie unkontrolliert von Gesicht zu Gesicht und spielt mit dem Zoomschalter, dass einem fast die Augen tränen.
Das Ding wackelt im Verlauf selbst bei ruhigen Schwenks oder gar Standbildern.
Man bemüht sich erst gar nicht um Professionalität, sondern hält einfach drauf, - nach dem Prinzip, irgendwelche Szenen kann man sicher hinterher verwenden, ich filme erstmal alles mit.
Erstaunlich ist aber, dass genau dieses Prinzip in Sachen Authentizität die meiste Zeit über funktioniert, obgleich die Sache einen derben Haken hat: Die Kamera wird nicht von einer der fünf Figuren mitgeführt, sondern ihr Treiben wird von unsichtbarer Hand begleitet, wodurch wiederum ein pseudo-dokumentarischer Touch nicht von der Hand zu weisen ist.
Nach einiger Zeit gewöhnt man sich aber recht gut an die verwackelten Bilder, auch wenn die Nachtaufnahmen insgesamt etwas unübersichtlich ausfallen.
Inhaltlich bewegt man sich hingegen auf ganz dünnem Eis. Zu dem Zeitpunkt, als die „infizierte“ Studentin glaubt, ihre Tage zu haben und das „Ding“ aus der Kühlbox verschwunden ist, erahnt man bereits den kompletten Rest.
Personen verschwinden und kehren wie innerlich ausgewechselt zu den anderen zurück, - auch das kommt einem bekannt vor.
So breiten sich innerhalb der Gruppe Misstrauen und Paranoia aus, man sperrt Personen in den Wohnwagen, hält Nachtschicht, versucht vergeblich, mit dem Auto Hilfe zu holen und natürlich funktioniert wieder mal kein Handy.
Daneben gibt es einen Haufen Würmer in einer Box, gemessene 500 Grad, wo das „Ding“ lag und die Entdeckung, dass sich Kleintiere gegenseitig auffressen, was der Zuschauer aber nicht zu sehen bekommt.
Nur leider vermag die Story nicht konsequent zu fesseln, denn spätestens mit der zweiten „Infizierung“ ist die Spannung raus. Zu überraschungsarm und vorhersehbar gestaltet sich das letzte Drittel, in dem es eigentlich nur einen Ausgang geben kann, der auch prompt eintrifft
Atmosphärisch ist das jedoch größtenteils stimmig. Zuweilen sogar ein wenig klaustrophobisch, der offene Wald scheint fast räumlich begrenzt, so nah ist die Kamera den Figuren. Dazu verzichtet man auf einen gängigen Score, sondern setzt nur selten, dabei aber gezielt, kurze Soundeffekte ein.
Auch durch die natürlich agierenden Darsteller wird so etwas wie eine surreale Wirklichkeit generiert, - einerseits durch eine glaubhafte Konstellation (Studenten untersuchen ein biologisch interessantes Gebiet) und andererseits durch die immer bedrohlicher werdenden Ausmaße durch ihren Fund.
Im Gesamtbild ist das allerdings zu wenig, um mit der wenig originellen Story über die komplette Laufzeit zu punkten. Besonders während der letzten Minuten fällt das Interesse arg ab, was nicht im Sinne der Macher liegen dürfte.
Insgesamt zwar eine optisch wirksame Sache, doch letztlich scheitert die schwache Ausarbeitung der Geschichte an einer deutlichen Empfehlung, auch für Fans außerhalb von Mainstream und Blockbuster.
5,5 von 10