In der Grabbelkiste ganz unten wühlend befördert man unbekannte Schätzchen wie „Freak“ ans Tageslicht. Da in der Regel der Preis ein Witz ist, kann man sich derartige Filme gut mitnehmen und irgendwann einmal ohne jegliche Erwartungshaltung konsumieren.
„Freak“ hat sowohl seinen Platz in der Grabbelkiste, seinen Spottpreis und sein cineastisches Vergessen-werden mit Fug und Recht verdient. Der Plot ist absolut spannungsarm und erzählt uns die traurige Geschichte eines missgestalteten Kindes, dass seine Jugend wie Kaspar Hauser verbracht hat und deshalb mit seinem Umfeld im Konflikt liegt. Wir finden hier Anleihen von so ziemlich jedem bekannten Horrorfilm, die unmotiviert und unglaubwürdig aneinandergereiht wurden. Halloween kommt zu Ehren, da unser Freak bei einem Transport des ihn betreuenden Sanatoriums stiften gehen kann (Hallo, wo waren denn die Sicherungsmaßnahmen?). Jason wird adaptiert, da der Freak eine Maske tragen muss, um seine Verunstaltung zu verdecken. Und TCM sorgt für die Gestaltung des Elternhauses von unserem Bösewicht.
Der Film hätte selbst als zusammengeklauter Aufguss funktionieren können, wenn die Macher berücksichtigt hätten, dass ein Slasherfilm ohne Gewalt schlecht auskommt. Hier fließt aber kein Blut, was den Streifen unerträglich langweilig macht. Dazu trägt auch bei, dass dem geneigten Zuschauer die Hauptdarsteller (alleinerziehende Mutter mit Kind und der Krankenwagenfahrer, der den Freak wieder einfangen will) einem nach wenigen Minuten egal sind. Man muss den Schauspielern ohnehin absolute Talentfreiheit attestieren (interessanter Weise taucht bei OFDB keiner mit irgendeinem anderen Film wieder auf – das hat man wirklich selten…). Das Ende des Films birgt keine Überraschungen. Der Freak wird scheinbar umgebracht, ist dann aber wieder weg. Alle Hauptdarsteller sind gerettet. Echter Murx.
Es ist bereits zu erwarten, dass der Film von seiner Regie- und Kameraarbeit eine Katastrophe ist. Hier fehlte es entschieden an technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten, die auch nicht durch irgendwelche Einfälle der Macher kompensiert werden konnten.
Um es kurz zu machen – der Film ist wirklicher Schrott. Aber er hat für meinen Geschmack eine gute Passage, die die Kindheit des Freaks beschreibt. Wir erleben in einem Schwarz-weiss Rückblick mit, wie seine verkommene Mutter ihn nicht mehr ansehen möchte und ihm deshalb aus Fetzen eine Maske näht. Von da an wird er angekettet und kriegt von Zeit zu Zeit irgendeinen Fraß zu essen, den er durch einen Reißverschluss konsumiert. Seine Mutter bekommt ein zweites Kind, das sie sicherheitshalber gleich nach der Hausentbindung verbrennt. Spätestens jetzt tut einem der arme Freak schon leid. Diese Szenen dauern wenige Minuten und sind das einzige Highlight des Films. Den Rest kann man getrost vergessen. Wegen seiner Jugend kann man dem Film gerade noch 2 von 10 Punkten geben. Mehr wäre geprahlt.