Review

In my skin (8/10)

Immer dann, wenn Horror zu real wird, ist es eine Tour-De-Force, dem Geschehen zuzusehen. Und so geht es einem auch in diesem französischen Film, in dem eine Frau sich selbst so malträtiert, dass man nicht selten eine schon fast persönliche Nähe und den Schmerz fühlen möchte.

Das alles ist blutig, und tut psychisch weh, wenn die Dame sich die Beine aufschneidet, und, darin dann mit einer Metallscherbe herumdrückt. Auch einige Hautfetzen-Knabber.Szenen erfreuen nicht gerade das Gemüt.

Warum dies alles dennoch "erträglich" ist, und nicht lächerlich wirkt (so wie in anderen billig Horrorfilmen, die nur noch lächerlich wirken), ist der Versuch des Zuschauers, sich in die Geschichte einzudenken. Was treibt einen Menschen mit einem perfekten Körper und einer Karriere, die steil nach oben geht, sich so zu malträtieren, und damit alles aufs Spiel zu setzen?

Das "Dans ma peau" nicht voyeuristisch ist, zeugt von einer hohen Sensibilität der Regisseurin und Hauptdarstellerin.

Wie aber soll man die Message deuten?

Was mir auffällt ist eine Beziehungskälte zwischen dem Paar, da wird Zärtlichkeit beschränkt auf einmal die Hand ans Gesicht, geküsst wird nur, wenn er um Trieb geht, und der Rest sind Unverständnis und Schweigen, denn ihr Partner kann sich solch ein verhalten nicht erklären und nicht in sie eindenken, Empathie ist hier fehl am Platze.

Was bleibt? Eine lange Aufnahme des blutigen Gesichts der Darstellerin, die sich wahrscheinlich durch ihre autoaggresiven Attacken bald selbst letal schaden wird.

Eine schwer anzuschauende, dennoch nie voyeurischtische Charakterstudie. Durch die nähe zur Realität kein Horrorfilm im klassischen Sinn, dennoch eine Tour-De-Force ohne viele Special-Effekte, dennoch naturalistisch genug, um einen ab und zu zusammenzucken zu lassen.

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