Review

Sergio Martino hat in der Vergangenheit einge Italo-Kracher abgeliefert, darunter auch einige sehr gute Giallos, Western, Polizeifilme, Abenteuer- und Endzeitfilme (also im Grunde alle möglichen Genres). Umso mehr war ich auf diesem Film gespannt. Trotz TV-mässiger Produktion (wurde von der RAI produziert) liefert hier Martino einen recht spannenden Film ab, der eine Mischung aus waschechtem Giallo und Telenovella ist. Wobei die Mischung insoweit in Ordnung geht, dass die zweite Komponente nie allzu penetrant ist und der Krimiaspekt nie vernachlässigt wird. Wie heutzutage üblich in Krimis, muss das Privatleben bzw. die Gefühlswelt des Inspektors auch beleuchtet werden. Da aber seine Freundin in der Handlung auch eine tragende Rolle besitzt, driftet der Film in dieser Hinsicht nie allzu weit ab. Es geht um eine Mordserie unter einigen Schülern aus dem Konservatorium. Ist der strenge Professor, der pädophile Neigungen besitzt und bald in Verdacht gerät, der Schuldige?
Die Handlung ist natürlich relativ zahm. Die Morde geschehen im Off, aber deren Ankündigungen sind relativ gut gemacht und sind typisch Giallo-mässig (Der Mord im Park erinnerte mich z.B. stark an 'Quattro mosche di velluto grigio). Auch die Musik ähnelt ein wenig den Goblins. Von den Darstellern her, überzeugt mich eigentlich nur der Kommissar nicht so ganz (wirkt auf mich wie direkt aus einer Telenovella ausgeborgt). Schade, da wäre jemand anderes wohl die bessere Wahl gewesen und hätte auf die Atmosphäre sicherlich viel bewirkt. Aber alle anderen gehen in Ordnung. Die Auflösung bietet dann eine schon fast unter die Haut gehende Szene ohne hier jetzt schon etwas verraten zu wollen. Also kein Kracher wie seine alten Filme, aber Sergio Martino bekommt von mir noch einen dicken Nostalgiebonus. (7/10)

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