Review

Vorweg: Ich hasse es mich Serien zu verpflichten und es gab nur wenige in meinem 34järhigen Leben die ich als "gut" bezeichnen würde. Wirklich perfekt ist keine.

Hier geht es um eine Mutter in den 30ern (sie leitet ein kleines Hotel) und Ihre Tochter, die sich wie Freundinnen verstehen. Wir verfolgen Rorys (Tochter) schulischen Werdegang (sie ist sehr intelligent), ihre ersten beiden Lieben, alte und neue Lieben ihrer Mutter Loreley, die enge Freundschaft der beiden zu Luke, einem Café-Besitzer und die spannungsreiche Beziehung zu Loreleys Eltern, zu denen sie sich in eine gewisse Abhängigkeit begeben.

Viele weitere Nebencharaktere bewirken daß man sich bald in Star´s Hollow heimisch fühlt; vielleicht sind sie manchmal etwas zu sehr abgedreht, aber das geht noch; es ist nie wirklicher Slapstick wie bei den anderen niveaulosen Sitcoms. Ja, ich denke, es gibt hier richtiges Niveau trotz der vielen Bekloppten (Suky die Köchin, Michelle der Rezeptionist, Kirk der Mann für alles, Paris - Rorys Liebe-Haß-Schulfreundin, Mrs.Kim die megakatholische Koreanerin die ihrer Tochter das Leben zur Hölle macht und und und)

Bei den Gilmore Girls gefällt mir vor allem daß der Humor nicht so platt ist wie bei AlBundy (solche Serein hasse ich, vor allem wegen dem dämlichen eingespielten Lachern). Wer ein wenig Ahnung von Musik, Filmen oder Literatur hat merkt schnell, daß die Macher sich ebenso damit auskennen und ihr Wissen ständig den beiden Charakteren als Dialogstoff spendieren.

Die Serie muß zusammenhängend geschaut werden, sonst macht es wenig Sinn.

Sehr positiv gefäält mir auch die Kontinuität der Serie. Nichts wird vergessen. Manchmal kann man nur erstaunt den Kopf schütteln auf welche Kleinigkeiten einer vergangenen Folge man sich bezieht.

Auch die Musik, entspannte Gitarrenmusik ist einfach toll und an den richtigen Stellen melancholisch oder auflösend - manchmal ist sie sogar "live" wenn die Kamera durch die Straße fährt, vorbei am Stadt-Troubadur (einfach nur ein singender Straßen-Gitarrenspieler) der praktisch im Film die Hintergundmusik spielt - tolle Idee

Was stört mich nun ? Ich bin nun etwa bei Folge 70 und Loreley fängt an zu nerven und ihre dummen Sprüche scheinen immer mehr Selbstzweck zu werden als ihren Charakter zu unterstreichen. Dasselbe ist den Machern von AllyMcBeal in deren letzten beiden Staffeln passiert. Der Charakter wird langsam zu übertrieben neurotisch. Anfangs kann man das alles noch nachvollziehen, doch jetzt bewirkt es bei mir allzu oft einen Augenroller. Aber alles in allem kann das die Serie nicht mehr runterreißen.

Nicht nur was für Frauen ! Sehr intelligenter und oft bissiger Humor der manchmal ein gutes Allgemeinwissen verlangt.

PS: Meine Lieblingscharaktere sind Luke (inzwischen wünsche ich mir nicht mehr, daß er mit Loreley zusammen kommt, er wäre zu schade für die Chaotin), Rorys Opa und Jess - ein -ich-weiß-nicht-warum-sympatischer Raufbold.

8 / 10 Punkten !

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