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Mira Sorvino spielt eine Insektenforscherin, die eine neue Schabenart züchtet und in Umlauf bringt, um einer Seuche entgegen zu wirken, die durch Kakerlaken übertragen wird. Jahre später haben die Schaben alle Kakerlaken erfolgreich ausgerottet, als es dann aber zu einer merkwürdigen Mordserie kommt, wird klar, dass die genmanipulierten Schaben die Fähigkeit entwickelt haben, menschliche Gestalt anzunehmen und in den U-Bahn-Schächten New Yorks, in denen sie nun leben, Menschen jagen und essen.

Guillermo del Toro kennt man spätestens seit "Pans Labyrinth" als versierten Regisseur, der Fantasyfilme fern ab der Mainstream liefert und hat sich so bereits einen beachtlichen Fankreis aufbauen können. "Mimic", der nach seinem Erstlingswerk "Kronos" und noch vor "Blade 2" und "Hellboy" erschien merkt man del Toros Handschrift jedoch kaum an, denn mehr als ein unterdurchschnittlicher und ideenloser Horrorfilm ist dem Beinahe-Kult-Regisseur hier leider nicht gelungen.

Eine gespannte Atmosphäre kommt leider zu keinem Zeitpunkt auf, da del Toro zu sehr auf konventionelle Mittel setzt und überhaupt keine Innovationen einbaut. Die Kulisse ist dabei zwar sehr düster, aber nicht wirklich bedrohlich und die Filmmusik, die gerade bei Horrorfilmen mehr oder weniger im Alleingang eine dichte Atmosphäre kreieren kann, bleibt zu unauffällig, so können auch die Toneffekte kaum noch schocken. Genauso wenig schockieren können die Ekel-Szenen, die absolut austauschbar geworden sind und überhaupt nichts eigenes haben und mit einem bisschen Monster-Glibber allein fesselt der Film so beim besten Willen nicht, ruft nur gelegentlich mal ein bisschen Ekel hervor. Das Erzähltempo ist zwar nicht unbedingt so schnell, dass man dem Film Kurzweiligkeit zur Last legen könnte, da aber überhaupt keine eigenen Ideen dabei sind, bleibt er dennoch nicht sonderlich lang im Gedächtnis. Dies ist definitiv der schlechteste Film des talentierten Mexikaners.

Die Charakterkonstruktion ist enorm flach. Stellenweise sind durchaus ein paar Versuche vorhanden, die Charaktere auf ein halbwegs erträgliches Niveau zu bringen, aber mehr als Genreklischees sind leider nicht drin. Die Handlung verläuft leider ebenfalls nach Schema F und hat keine einzige Wendung, die man nicht schon eine Viertelstunde vorher hätte kalkulieren können. Das Klischee des einfallslosen Horrorfilms wird also auch hier einmal mehr voll ausgefüllt.

In Woody Allens "Geliebte Aphrodite" hatte Mira Sorvino zuletzt gezeigt, dass sie eine gute Charakterdarstellerin ist, aber hier in "Mimic" kommt sie nicht über das Mittelmaß hinaus und wirkt stellenweise etwas gelangweilt. Und auch der übrige Cast ist nicht sonderlich gut, wobei wenigstens der charismatische Josh Brolin heraussticht. Oscar-Preisträger F. Murray Abraham wird mit einer vollkommen potentiallosen Nebenrolle leider verheizt.

Fazit:
Mit einer enorm einfallslosen Story und einer Inszenierung, die zu jedem Zeitpunkt im konventionellen Rahmen bleibt ist "Mimic" ein langweiliger und kalkulierbarer Horrorfilm mit ein paar ganz netten Glibberszenen, aber alles in allem ist es viel zu wenig, was del Toro hier auf die Beine stellt.

22%

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