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„Nach Sieben kommt nicht Acht, sonder Saw". Mit diesem typischen Reißer-Untertitel warf man damals James Wans Regiedebüt auf den leer gefegten Horrormarkt, dabei hatte sein Werk die auch danach andauernden Fincher-Vergleiche gar nicht nötig, denn „Saw" besitzt genug Eigenständigkeit und brachte einen durchaus frischen Wind ins Genre.

Dabei bringt „Saw" natürlich auch altbewährte Strickmuster mit, die allerdings auf ganz interessante Art funktionieren. Die Idee, das ein kranker Serienkiller sein Unwesen treibt, ist so neu nicht, die Idee mit den Puzzles hat aber schon einen eigenen Charme. Zudem ist auch der Einfall, andere Leute morden zu lassen, damit diese ihr Leben behalten, geradezu pervers gut umgesetzt. Hier wird mit Intelligenz und auch mit Stil gemetzelt, das hat schon was. Dazu kommt die beklemmende Enge des verdreckten Kerkers der zwei Hauptdarsteller, die das ganze fast zu einem kunstvollem Kammerspiel geraten lässt unter voller Anteilnahme des mitfiebernden Betrachters, welcher sich dabei ertappt fühlt, ebenfalls einen Ausweg aus dieser fiesen Lage zu suchen...

Auch wenn die Charaktere aller Beteiligten etwas blass bleiben (auch Danny Glover als Cop wirkt hier eher etwas deplaziert, nicht weil er etwa schlecht spielt, nein, er wirkt nur so „normal" in dieser abgefuckten Story), ist das böse Finale des Filmes eine gelungene Entschädigung für manch vorhandene Unvollkommenheit (und auch Unlogik) eines ansonsten aber gelungenen Debütfilms.

Fazit: Es gibt bestimmt blutigere Schocker, aber der hier ist auch noch bitterböse. Hut ab, Mr. Wan!

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