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2 Männer erwachen angekettet in einem Keller. Schnell finden sie heraus, dass der bekannte Jigsaw-Killer dahinter steckt. Der Killer hat den Beiden Hinweise hinterlassen, mit denen sie versuchen müssen, ihrem sicheren Tod zu entgehen. Währenddessen ist ein Kommissar bereits dem Killer auf der Spur.

Die Story ist genial. Die Charaktere haben nicht sonderlich viel Tiefe, wobei der Film sich aber durch mehrere Rückblenden wenigstens Mühe gibt, deren Umfeld und Leben genauer darstellen zu können. Die Grundidee ist erst einmal hervorragend und liefert einige neue Ideen und macht "Saw" zum vielleicht innovativsten Thriller des Kinojahres. Auch die Wendungen sind gut und kommen immer zur richtigen Zeit ins Spiel. Vor allem das Finale bietet einige Überraschungen. Auch die Nebenhandlungen und Rückblenden können die Handlung weiter ausbauen und verbessern. Durch die Sequels der Reihe wurde "Saw" mit der Zeit zu einem hirnlosen Gemetzel abgewertet, aber man sollte dabei nicht vergessen, dass der Erste noch eine wirklich geniale Story hatte. Der einzige Kritikpunkt bleibt, dass man die eigentlichen Beweggründe des Jigsaw-Killers nur anschneidet und diese erst mit den anderen Teilen liefert.

James Wan leistet bei seiner ersten großen Regiearbeit hervorragende Arbeit. Er setzt die Handlung perfekt in Szene und platziert die Wendungen genau richtig. Das Wichtigste ist jedoch, dass er auf die Atmosphäre achtet. Die Atmosphäre ist die ganze Zeit über unglaublich dicht und gespannt, es gibt nur wenige Filme, die durch ihre Atmosphäre der Angst eine solche Hoch-Spannung aufbauen können. Darüber hinaus entsteht die ganze Zeit eine klaustrophobische Beklemmung, da die beiden Personen in ihrem winzigen Kerker hocken. Als wenn dass nicht schon genug wäre, kommt auch noch die Hilflosigkeit der beiden hinzu, zumal einer von ihnen seine gesamte Familie verliert, wenn er nicht entkommen kann. Die Kulisse ist hervorragend. Die ganze Zeit über wirkt sie ärmlich und ekelhaft und passt somit ebenfalls perfekt zum Film. Auch die Musik steigert die Spannung und unterlegt vor allem das Finale exzellent. Es gibt ein paar zugegebenermaßen sadistische Szenen und Einfälle, die die Spannung aber ebenfalls steigern und im Gegensatz zu den Sequels noch im Bereich des Erträglichen liegen. Regisseur Wan fuhr nach seiner guten Arbeit im ersten Teil mit den Squels den Karren in den Dreck.

Der Unterhaltungswert ist ebenfalls gut. Da der Plot nicht linear verläuft, weil er durch ein paar Rückblenden unterbrochen wird, steigert sich die Spannung noch weiter und der Zuschauer bekommt einige Zusatzinformationen, obwohl die eigentliche Handlung in einem einzigen Haus stattfindet. Der Mittelteil bietet atemlose Spannung und unterhält durch sein schnelles, wenn auch nicht linear verlaufendes Erzähltempo und einige gute Wendungen. Das Finale toppt den Mittelteil sogar noch und bietet ein paar schwer zu schluckende Überraschungen. Dieser Film ist definitiv nichts für schwache Nerven.

Den eigentlichen Jigsaw, der von Tobin Bell gespielt wird, sieht man im Prinzip überhaupt nicht, da er selbst fast gar nicht in Erscheinung tritt. Dennoch schaffte Bell durch "Saw" und die Sequels seinen endgültigen Durchbruch. Bell wird wohl jedem Zuschauer immer als Jigsaw in Erinnerung bleiben. Den beiden eigentlichen Hauptdarstellern Cary Elwes und Leigh Wahannell, der übrigens auch das Drehbuch verfasste, merkt man leider an, dass sie sehr unerfahren sind. Vor allem beim furiosen Finale hätte man sich doch überzeugendere Leistungen erhofft. Die beiden sind zwar nicht schlecht, aber bei einem solch hervorragenden Film hätte man sich dann doch 2 bessere Darsteller erhofft. Dafür ist "Lost"-Star Michael Emerson in der Rolle des Zed umso besser. Mit Monica Potter und Danny Glover konnten sogar zwei Hollywood-Größen für Nebenrollen gewonnen werden. Der Cast ist alles in allem solide, aber leider nicht gut.

Mit dem Slogan: Nach "Sieben" kommt nicht Acht, sondern "Saw", erweckte man großes Interesse und steckte sich selbst ein großes Ziel. Man kommt zwar nicht ganz an Finchers Meisterwerk heran, kann aber einige schockierende und neue Ideen liefern, womit "Saw" mit der Zeit zu Recht zum Kultfilm acanvierte. Meiner Meinung nach einer der besten Thriller seit der Jahrtausendwende.

Fazit:
"Saw" liefert einige neue Ideen und avancierte damit zu Recht zum Kultfilm. Durch die dichte und gespannte Atmosphäre, sowie durch die hervorragenden Wendungen erzeugt der Film von Anfang bis Ende atemlose Spannung. Das Finale ist überraschend und genial, sodass man dem Film nicht einmal die sadistischen Ekel-Szenen übel nehmen kann. Einzig und allein der Cast könnte vielleicht noch ein bisschen besser sein. "Saw" ist definitiv nichts für schwache Nerven.

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