Wenn ich den September schon zum halben „TV-Film-Monat“ ernannt habe, dann kann ich mich auch den Hollywoodgrößen widmen, die damit in den 70ern ihr spätes Auskommen mit hatten.
Beispiel Barbara Stanwck, die ja 1965 letztmalig für einen Kinofilm zur Verfügung stand und danach stabil im Western („Big Valley“) für ein paar Jahre Umsatz machte.
In den frühen 70ern stand sie aber nochmals für 3 Filme von ABC’s „Movie of the Week“ vor der Kamera, ehe sie dann in den 80ern noch einmal für die „Dornenvögel“, „Denver-Clan“ und die „Colbys“ zurückkehrte.
Ihr erstes Projekt nach Auslaufen der Westernserie 1969 war „The House that wouldn’t die“ aka „Das Geisterhaus“, in dem sie als Hauserbin mit einer widerspenstigen Immobilie zu kämpfen hat. Mit ihrer Nichte bezieht sie das hübsche Erbstück, was allerdings bald durch allerlei Türenöffnen und nächtliche Geräusche auf sich aufmerksam macht. Zum Glück wohnt gleich nebenan ein akademischer Fachmann (wenn man Richard Egan dafür halten kann), der die Vorkommnisse relativ ernst nimmt. Mit Assistent sitzt man schwups bei einer Séance bei Tisch, die Gruseliges aus der Revolutionszeit zu Tage fördert.
Offenbar hatte ein böser General damals nicht nur mit den Briten paktiert, sondern auch sein Töchterlein geknechtet, bis sie dann verschwand. Und so schlägt der Geistes des Mägdeleins von damals immer mal wieder bei Nichte Sara ein.
Doch natürlich ist da ein Kniff dabei, denn es gibt im Haus noch einen zweiten Geist. Aber bis es da endlich zur Konfrontation kommt, vergeht noch ein Gutteil des Films mit einer zweiten (wiederum eher ergebnisarmen) Séance, wird das Haus durchsucht und jeder Fund unter Geistereinwirkung irgendwie beinahe wieder vernichtet. Das Offensichtliche des Übernatürlichen wird mal akzeptiert, dann wieder seltsam angezweifelt und enorm viel getalkt, bis man auf die letzten fünf Minuten endlich mal die Wandverkleidung löst, bis man die nötigen Geheimzimmer findet, um das Rätsel zu lösen.
Richtig „spooky“ ist das alles nicht, auch wenn die Besessenheitssequenzen, in den sich geisterhafte Erscheinungen über die tatsächlichen Gesichter der Beteiligten legen, recht gut gelungen sind. Ansonsten spart man mit Effekten, aber sich selbst öffnende Türen sind ja auch ganz nett.
Der Cast ist recht motiviert, aber Stanwyck selbst muss meistens nur mitlaufen und das alles von der Besitzerperspektive aus kommentieren, während der Zuschauer bei den kleinen Infohappen, die geliefert werden (das zentrale Mysterium ist nun wirklich nicht schwer zu entwirren), meistens schon weit voraus ist.
Vieles ist leider nur im Studio entstanden, was zwar solide ausschaut, aber nicht den spukigen Hauch mit sich bringt, den eine Originallocation wohl hätte. Aber bei gerade mal 73 Minuten fällt das auch nicht so stark ins Gewicht.
Eine eher brave TV-Produktion, die mehr von ihrer Hauptdarstellerin denn von einem cleveren Skript leben will, ihr aber eigentlich zu wenig zu tun gibt. Nett 5/10 auf der B-Skala.