Der Star und Regisseur von „Easy Rider“ als Althippie, dazu noch ein damals aufstrebender Jungstar als Spielpartner – „Flashback“ setzt auf seinen Cast.
Wir befinden uns Ende der 1980er Jahre, Fitness und Wellness sind unter republikanischer Präsidentschaft in, wie bereits die Credit-Montage zeigt. Der Geist von Reagan ist auch in der beginnenden Bush-Ära zu spüren, in die auch FBI-Agent John Bruckner (Kiefer Sutherland) hineinpasst: Ein obrigkeitshöriger Fan des Reaganismus, der auf seine Gesundheit achtet und Karriere bei seiner Behörde machen will. Einem solchem Spießer muss ja nach Komödien- und Buddy-Movie-Logik das komplette Gegenteil begegnen, in diesem Fall der bereits erwähnte Althippie.
Dabei handelt es sich um Huey Walker (Dennis Hopper), der früher eines der Sprachrohre der Bewegung war und nach einer politischen Aktion, die an sich relativ harmlos war, untertauchen musste, da die Behörden ein Exempel an ihm statuieren wollen. Nun hat man ihn gefasst und will ihm den Prozess machen und natürlich ist Bruckner derjenige, der ihn überstellen soll. Selbstredend geraten der nach dem Spaßprinzip lebende Hippie und der überkorrekte Youngster bereits auf der Zugfahrt aneinander.
Mehr noch: Huey nutzt die Chance und fühlt Bruckner ab, flieht und wird schließlich wieder eingefangen. Im Zuge dessen geraten die beiden jedoch an den politisch ambitionierten Sheriff Hightower (Cliff De Young), der allerdings Gefangene verprügelt. Als Bruckner dies anzeigen will, versucht der Sheriff ihnen ans Leder zu gehen…
Das Pfund, mit dem „Flashback“ am meisten wuchern kann, ist seine Besetzung: Kiefer Sutherland und Dennis Hopper spielen sich beim munteren Mit- und Gegeneinander freudig die Bälle zu und lassen die gute Chemie zwischen einander merken, die manchmal auch emotionale Seiten parat hält – sehr einprägsam zu sehen in jener Szene, in der man einen alten Familienfilm in der ehemaligen Hippiekommune schaut. Cliff De Young gibt mal wieder überzeugend das Arschloch, der Rest vom Fest schlägt sich brauchbar, ohne groß aufzufallen – abgesehen von Richard Masur in einer charmanten Nebenrolle als einer von zwei bürgerlich gewordenen Ex-Protestlern.
Ansonsten ist „Flashback“ leider weitestgehend biedere Standardware, deren Appelle man selbst zu sein und sich nicht einfach so blindem Gehorsam hinzugeben schon ein wenig abgeschmackt wirken. Der FBI-Mann wird lockerer und stellt sich seiner Vergangenheit (wobei die erwähnte Familienfilmszene trotz aller Berechnung so gut gespielt und inszeniert ist, dass sie wirkt), der Hippie gibt zu, dass auch in seinem Leben nicht alles rosig ist und am Ende wird alles gut, so weit, so einfach.
Auch die Action- und die Thrillerfraktion wird weniger bedient, die Jagd des bösen Sheriffs und der Behörden, die es nicht besser wissen, sorgt für ein paar eher handzahme Actionszenen mit okayen Stunts (etwa ein Sprung von einer Brücke ins Wasser), ist aber selten allzu aufregend, da kaum ein Zweifel am guten Ausgang der Geschichte besteht.
So lebt der Film von der Komik, wenn Hippie und FBI-Mann aufeinandertreffen und sich gegenseitig Schnippchen schlagen, wobei die graue Maus im Nadelstreifenanzug eher die Folie ist, an der sich wunderbar schräge und schluffige Huey sich abarbeiten kann, der er immer wieder Schnippchen schlagen kann. Sobald die beiden später gemeinsame Sache machen und sich gegen den Sheriff und seine Helferlein wenden, ist das dann nur noch halb so amüsant, zumal sich „Flashback“ eh nie in Brüllerregionen aufschwingt, eher im Schmunzelbereich bleibt. Klasse ist dafür der Soundtrack mit stilechter Mucke von Jimi Hendrix, Steppenwolf, Bob Dylan, R.E.M usw.
So ist „Flashback“ dank seiner Stars und deren Zusammenspiel halbwegs vergnüglich, fährt aber durchweg mit angezogener Handbremse, ist weder allzu spannend noch urkomisch. Immerhin: Die Musik mit klassischen Rock- und Hippiesongs, die geht ins Ohr.