Inhalt:
Eine Schriftstellerin, die in ihrer Kindheit von Alpträumen geplagt wurde, macht zusammen mit ihrer Familie Urlaub in einem italienischen Schloss. Und dort kommt ihr Kindheitstrauma in Form eines in den Katakomben lauernden Monsters wieder zutage und sie versucht den Schrecken in einem Buch zu verarbeiten, doch zunehmend vermischen sich Realität und Alpträume. Die Katakomben des Schlosses weisen frappierende Ähnlichkeit mit denen aus ihren Träumen auf und auch das dort aus einem Kokon schlüpfende Monster kommt ihr bekannt vor...
Kritik:
Nachdem mich der untalentierte Sohn von Mario Bava mit seinem gelungenen "Per sempre" positiv überrascht hat, ließ ich einfach mal Fünfe grade sein und gab Lamberto Bava die Chance, mich erneut zu überzeugen. Und nach dem mauen "Ghosthouse" muss ich sagen, dass mir dieser zweite Teil der Reihe eine angenehme Nacht beschert hat. Soll ich mich tatsächlich so sehr in dem Mann getäuscht haben?
Dieser Film wurde für das italienische Fernsehen produziert und das merkt man ihm auch an, aber dennoch ist das Ergebnis nicht von schlechten Eltern.
Die Story an sich wird zwar sehr in die Länge gezogen und mit langen Passagen gestreckt, um auf die Mindestlaufzeit von 90 Minuten zu kommen, aber dafür hat der Streifen etwas, was viel wichtiger für einen Spukhausfilm ist, nämlich Atmosphäre. Das Schloss mit seinen vielen Räumen und den dunklen Kellerräumen, in denen gedreht wurde, bietet hierfür den idealen Schauplatz. Stellenweise hab ich mich an "Castle Freak" erinnert gefühlt, wobei mir die Räumlichkeiten in "Ghosthouse 2" sogar noch besser gefallen. Die Kamera lässt sich viel Zeit, um dieses Potential auszunutzen und den Schauplatz zu zeigen.
Die Geschehnisse in dem Bau vermischen sich mit den Träumen der Schriftstellerin und ihrer Geschichte, wodurch man manchmal nicht so genau weiß, was nun echt ist und was nicht.
Wenn ich mich nicht verguckt habe, wird in dem Film kein einziger Tropfen Blut vergossen, was mich hier weniger stört, da wie gesagt das Ambiente stimmt. Die wenigen Bluttaten des Kellergeistes finden im Off statt und man sieht auch niemals das Ergebnis, wenn man mal von den Skeletten und der Wasserleiche absieht. Apropos, die Szene in der die Dame des Hauses im Keller einen kleinen Tauchkurs in einer grünlichen Suppe unternimmt und hierbei eben auf jene Leichen im Keller stößt, hat mich etwas an die göttliche Sequenz aus Dario Argentos "Horror infernal" erinnert, ohne natürlich dessen Genialität zu erreichen, aber immerhin nett anzuschauen.
Ansonsten beschränken sich die Effekte auf das Monster Make up, welches in Ordnung ist. Das Vieh wird des Öfteren gut in Szene gesetzt, wenn zum Beispiel einfach mal die Hand ins Blickfeld der Kamera fällt oder sich das Gesicht stark der Kamera nähert. Die Schlüpfszenen sind mir, ich sag mal, etwas zu grünschleimig und spinnenwebig.
Schade finde ich, dass man wenig über das Monster erfährt. Man weiß zwar von seiner besonderen Beziehung zu Orchideen, aber seine Vergangenheit oder Entstehungsgeschichte hätte mich schon interessiert. Vielleicht wird, da die Figur aus einem italienischen Märchen stammt, dieses Wissen aber auch als bekannt vorausgesetzt.
Das Ende gefällt mir dann wieder weniger. Das ist mir dann doch zu einfallslos und abrupt. Schade, der Film hätte einen besseren Schluss verdient gehabt...
Zur Strafe lasse ich meine Kritik ebenso enden. Tschüss!