Einst hetzten Schülerinnen bei einem Spiel ein Mädchen in den Tod (ähnlich wie in "Prom Night" aus dem gleichen Jahr), nun stehen erneut die Weihnachtsfeiern vor der Tür, die sie gemeinsam vergnüglich in Partylaune verbringen wollen. Die Flausen mit Jungs und "Zuckerhalluzinationen" vom Dessert im Kopf, wie die dünnsinnige deutsche Synchro sich verzweifelt an der Jugendsprache versucht, haben die den letzten Bissen noch im Hals, als bereits die ersten beiden Teilnehmer im Garten abgemurkst werden. Das fällt, nebenbei gesagt, lange Zeit niemanden von den "eingebildeten, reichen Flittchen" auf, wie schön, dass David Hess in seinem bislang einzigen Versuch einer Regiearbeit nicht lange fackelt. Was cineastisch dabei heraus kam ist ein Weihnachtsslasher der vorhersehbaren Sorte, welcher technisch und formal eine einzige Katastrophe ist. Nicht nur, dass Herr Hess, im Gegensatz zu seinen gelungenen Schauspielauftritten als Fiesling in "Last House On The Left" oder "Der Schlitzer" einige Male reichlich dämlich in einem Weihnachtsmannkostüm durch die Kulissen stolpern lässt, um die Teenies zu erlegen, auch der Rest des Casts gibt sich durchweg talentfrei. Kein Wunder, dass viele Namen weder vorher noch hinterher im Darstellergeschäft noch einmal auftauchten, Abhilfe für diese laufende und sprechenden Desaster leistet zum Glück die ultratrashige deutsche Synchro, die massenweise Gründe für hämisches Gelächter beim Betrachter aus dem Ärmel schüttelt. Die Story um die verwöhnten Internatskids lässt hingegen ganz großspurig die Jungs (ebenfalls reiche Schnösel) per Privatjet einfliegen, damit die schrägste Waisen auf der Gitarre zum Besten geben, was tun die nicht alles mit lockeren Sprüchen, um die Dosen zu knacken. Nebenbei wird einem alle naslang der Gärtner Ralf als mutmaßlicher Täter unter dieselbe gerieben, während der Killer offensichtlich woanders durch die nächtliche Gegend rennt. So funktioniert das mit der falschen Fährte nun wirklich nicht. Mit reichlich zotigen Sprüchen dokumentieren nun die Opferkandidaten ihr Paarungsinteresse, das die Schwarte kracht, der Humor gleicht dem einer Teenieklamotte aus der damaligen Zeit. Und was macht da derweil der hinzugezogene Inspektor Polanski (hüstel)? Sich mit seinem Assi absprechen, durchdachte Dialoge wie "Wir sollten was tun.", "Was denn?", "Keine Ahnung" lassen deren Genialität beim Betrachten von Leichen vor deren Füßen erahnen. Von derlei Planlosigkeit ergriffen meint dann wenigstens einer der pubertierenden Testosteronköpfe: "Ihr tut ja gerade so, als ob wir Darsteller in einem schlechten Horrorfilm wären.", aha, das bringt es fast auf den Punkt. Solche kritisch selbstreflexiven Einsichten traut man diesem Film gar nicht zu. In Intervallen hackt sich Knecht Blutbrecht nunmehr durch die Meute, wie es das Drehbuch simpel von Genrekollegen abkupfert, Messer, Axt und noch viel mehr finden für sein Blutbad Verwendung. Ähnlich wie "Freitag Der 13." und diverse Weihnachtsslasher soll das funktionieren, würde die Kamera alle Morde zeigen, wäre das ein Splatterfest. So ist es zumindest recht kreativ und manchmal auch blutig ausgefallen, was Blutbrecht da beschert, manches verschwindet allerdings auch im dunklen Off. Eigentlich ist objektiv nix zu holen bei diesem Werk, doch mit entsprechendem Humor offenbart sich eine unfreiwillig komische Trashgranate, in Deutsch, versteht sich.
Fazit: Immer bücken, immer lachen, bis Knecht Blutbrecht Gute Nacht beschert. Unfreiwillige Slasherkomödie für B-Movie-Fans. 5/10 Punkten