Das Kernstück der Filmreihe
Im dritten Jahr und feinsten Film der Reihe gibt es neue Lehrer in Hogwarts, neue Kreaturen im Umland und eine mysteriöse, ausgebrochene Bedrohung aus Askaban, die es auf Harry abgesehen zu haben scheint…
Nicht mehr (nur) für Kinder
Ich rede nicht lange um den heissen Zaubertopf: „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ ist der beste Film der Reihe. Sogar mit Abstand. Klar, die ganz großen Magie oder zumindest der Wow-Effekt aus seinen Vorgängern ist nicht mehr da. Man wusste nun in etwa, was auf einen zukommt. Es geht noch nicht um alles, wie etwa im Finale der Saga. Dennoch: was Cuaron hier auf die Beine gestellt hat, buchstäblich die Leinwand zaubert, wie er das Buch fast sogar noch verbessert, kondensiert und komprimiert, das Franchise auf ein neues Level hebt und Harry deutlich weg von der kindlichen Unschuld führt, ist allerhand. Harry ist hier kein kleiner Bube mehr, es tut sich in diesem Schuljahr extrem viel, geschichtlich wie hormonell, es wird massiv düsterer, reifer und die Welt wird deutlich ausgebaut. Es steht mehr auf dem Spiel, es gibt einen lustigen Zeitlooping. Werwölfe. Es gibt neue Fächer, neue Lehrer, neue Zaubersprüche. Neue Gefahren, neue Verbündete. Sogar neue Verwandte und Bekannte für Harry. Die Dementoren sind ein echter Step Up von den bisherigen Monstern. Der gräulich-kalte Look, den Cuaron schafft, bleibt im Gedächtnis und legt eine Schippe oben auf Columbus' bisherige Version drauf. Oldman ist eine echte Bereicherung für das Franchise (und wird leider viel zu spärlich in den kommenden Filmen eingesetzt werden). Harrys Vergangenheit und Familie wird mehr denn je beleuchtet. Und das wichtigste: Radcliffe findet hier voll in die Rolle, seinen Charakter und seine Bestimmung, seine Karriere und seine Vorbildfunktion. Gar nicht auszumalen, wenn hier auf einmal klar geworden wäre, dass er nicht (mehr) in die Rolle passt. Oder gar kein Schauspieler sein will. Oder kein Talent besitzt. Zum Glück ging alles gut. Und „Harry Potter 3“ ist die meiste Zeit sogar sehr gut.
Fazit: ich glaube, selten war es so klar, welcher Teil eines Franchises der beste ist - „Der Gefangene von Askaban“ ist Harry Potter in Hochform, deutlich düsterer und reifer als zuvor und mit der Handschrift eines Oscar- und Meisterregisseurs!