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Hier haben wir einen durchschnittlichen Slasher der frühen 80er Jahre, welcher gleich nach seiner Veröffentlichung auf Video in der Versenkung verschwand. Regisseur und Drehbuchautor Herb Freed versucht auf der von "Freitag der 13." enstandenen Teenieslasherwelle mit zu surfen, leider ohne Erfolg. Dabei ist seine Idee mit den Leichtathleten eines Kleinstadtcolleges passabel. Und zwar bricht eine Läuferin nach einem Sprint tot zusammen. Die Schuld für diesen Vorfall gibt man dem ehrgeizigen Trainer George Michaels (Christopher George).
Ein paar Jahre später kehrt die Schwester der damals Verstorbenen, Anne Ramstead (Patch Mackenzie), zum "Graduation Day" in die Kleinstadt zurück. Dort treibt gerade ein Killer sein Umwesen, der das gesamte Leichtathletenteam von damals dezimiert. Anne will natürlich hinter die Identität des Killers kommen. Ausser den sportlichen Elementen ist alles beim Alten. Freed hat sogar einige Hochleistungssportler für seinen Film gewinnen können, welche einige sehr beachtliiche Disziplinen darbieten. Nur ist Freeds sogenannte "Falsche Fährte" völlig deplatziert. Er arbeitet so darauf hin, dass man Coach Michaels für den Mörder hält, dass man sofort weiss dass er es nicht war. Die Auflösung des wahren Übeltäters überrascht dann nicht wirklich, weil Freed schon vorher einige Patzer unterlaufen. Wenn man ein genaues Auge auf die Klamotten wirft, kann man den Täter zur Halbzeit schon entlarven. Auch halten sich spannende Einlagen im Rahmen. Die wenigen Morde gestaltet Freed dann recht atmosphärisch mit ein wenig bedrohlicher Musik. Richtig spannend wird es nie, dafür fallen die Todesarten für die Opfer recht grausam aus. Meist benutzt der Killer einen Säbel, um seinen Opfern damit die Kehle aufzuschlitzen, oder sie zu durchbohren. Damals mag das noch blutig gewesen sein, doch der Zahn der Zeit hat doch sehr genagt. Nur ein wenig darf das Blut fließen, wobei es im Finale etwas heftiger wird. Nur ist die Kulisse immer zu freundlich und sonnig, nur seltenst kann Freed die Umgebung wirklich bedrohlich gestalten. Auch die Durchhänger zwischen den Attacken des Killers machen es dem Film nicht leicht. Die Charaktere bleiben uninteressant und wie eine Schülerin es mit einem Lehrer treibt um nicht durchzufallen, gab es schon dutzendfach. Der Charakter Anne Ramstead bleibt dem Zuschauer auch ein Rätsel. Nach dem Mord ihrer Schwester ging sie zur Marine und ist jetzt ein ganz harter Knochen. Nun kehrt sie zu ihrer Mutter und ihrem Stiefvater, der sie nicht leiden kann, zurück. Eigentlich hätte man ihre Figur fast weglassen können, oder ihr weniger Screentime geben.
Die Darsteller machen einen ordentlichen Job. Christopher George (Exterminator, Enter the Ninja) gibt den Trainer George Michaels und Carmen Argenziano (Ein Mann wird zum Killer) ist ausnahmsweise mal als Guter unterwegs.

Das Übliche von der Slasherfront, schon leicht angestaubt. Die Atmosphäre ist nicht unheimlich genug, zwischen den Morden herrscht gähnende Leere. Die Darsteller gehen in Ordnung, die eher wenigen Morde schocken nicht wirklich. Es ist alles leicht durchschaubar, aber der Slasherfan dürfte sich trotz der vielen Mankos recht gut unterhalten fühlen.

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