Review

Wird mal wieder Zeit für ein kleines Double Feature aus der nostalgischen Slasherblüte zwischen 1978 und 1984 – speziell wenn man thematisch zwei artverwandte Produktionen zur Verfügung hat, die damals annähernd das gleiche Feld beackerten: „Graduation Day“ und „Fatal Games“!
Veröffentlicht 1981 bzw. 1984 fallen beide in die Kategorie „Spar-Slasher“, also maximal für einen Kurzeinsatz in ein paar Kinos gebucht worden, aber eigentlich schon mit Blick auf die Einnahmen aus den kommenden VHS-Verkäufen und Leihgebühren.

„Graduation Day“ war 1981 der erste der beiden Filme, die sich eher mit dem Sportinventar der Turnhalle beschäftigten, denn mit dem Rest der Schule und diesen langweiligen Unterrichtsstunden.
Traditionsbewusst beginnt alles mit einem – ungeahnten – Todesfall, denn Sportskanone Laura stirbt – saftig angefeuert – bei einem Kurzstreckenlauf an einem plötzlichen Blutsturz, kurz bevor sie die Ziellinie überqueren kann. Das löst übel Trauer aus und natürlich das Bestreben, die Verstorbene am Schuljahresende mit einer Trophäe zu ehren.
Aber bevor es natürlich zu einer Ehrung oder einem „Abschluss“ kommt, greift ein ungesehener Mörder zu allerlei Tatwerkzeug aus dem Sportinventar und beginnt, diverse Beteiligte oder Unbeteiligte zu meucheln.
Dabei kommen ganz lustige Ideen zusammen, wie die Landungsmatte beim Stabhochsprung durch etwas Ähnliches mit Spikes auszutauschen oder einen Football mit einer ziemlich langen Klinge zu versehen, die einen Fang zu einer tödlichen Angelegenheit werden lässt.
Leider ist der Faktor Gore der Produktion jedoch zweitrangig gewesen und so geht es zwar zur Sache mit Schwert und Florett, aber etwas Nachhaltiges kommt nicht dabei rum.

Darüber hinaus kann das Budget nicht allzu groß gewesen sein (das geht beiden Filmen so) und deswegen ist die Versorgung des Teams mit Materialien auch eher suboptimal. Kostenschonend schickt man dann später aber diverse giggelnde Teenager und Opfer in spe auf einen Unterholzlauf durch die örtliche Wäldchenanlage, wo sie allzeit ihrem Mörder begegnen können. Nett als Umgebung, aber das alles riecht so stark nach angrenzendem Park zum Gassigehen, dass der häufige Gebrauch eher kontraproduktiv ist.

Derweil ist der Trainer (auch hier ein Merkmal beiden Filme: wenig Trainer für viel Sport, immerhin kann Graduation Day noch damit punkten, dass alle Opfer aus dem Bereich des Leichtathletikteams kommen) gut dabei, sich unbeliebt oder verdächtig zu machen, aber wie wir alle ahnen: dann ist er es am Ende nicht. Und so geschieht es auch, denn der Mörder ist ausgerechnet der, auf den wir nicht setzen würden, weil es eben so offensichtlich ist.
Dabei ist wenigstens noch das Finale im düsteren Mondlicht noch sauber abgefilmt, wenn auch entliehen bei Genre-Größen von „Psycho“ bis „Ab in die Ewigkeit“.
Dennoch bleibt vor allem eins: vertane Zeit, in der in „Graduation Day“ einfach nicht genug passiert, außer etwa das Knusper-ScreamQueen Linnea Quigley per Schwert entsorgt wird. Da merkt man erst mal, wie eindrucksvoll eine Präsenz wie die von Jamie Lee Curtis ist, wenn man mit Flöten wie Patch Mackenzie gestraft ist, die hier die Schwester der Toten spielt und sonst enorm untalentiert nicht auffällt (als nominelle Protagonistin auch nicht wünschenswert).

Bietet sich also rechtschaffend für eine Kürzung an, außer man steht auf die Blödeleien mit dem Schuldirektor, aber das konnten die Deutschen in den 60ern und 70ern eh besser. Bleibt aber unterdurchschnittlich, weil er sich durch mäßiges Spiel und kein Alleinstellungsmerkmal wie Härten oder Witz kaum für ein längeres Erinnern qualifizieren kann. (4/10)

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