Die junge Lisa Kruger unternimmt zusammen mit ihrer Freundin Kathy einen Trip zu der abgelegenen Berghütte ihres Vaters Orville, der ein berühmter Effekte-Zauberer beim Film ist. Kurz nachdem die beiden Mädels angekommen sind, wird die Familie von einer Horde Punks unter der Führung des psychopathischen Scratch überfallen, die in dem berüchtigten Kruger-Haus einen Geldschatz vermutet. Neben Lisas Eltern fällt so auch Kathy den Eindringlingen zum Opfer, die statt der erhofften Moneten jedoch nur den im Keller des Hauses aufgrund seiner Entstellungen versteckt gehaltenen Neffen vorfinden. Der ist über das angerichtete Blutbad natürlich gar nicht erfreut und beginnt auf der Stelle damit, den Abschaum gehörig aufzumischen. Kurz bevor der Freak mit Scratch und seiner Freundin kurzen Prozess machen kann, wird er allerdings von der flugs zusammengetrommelten Bürgerwehr erschossen. Das nimmt Orvilles Bruder Rod zum Anlass, um mit den verbliebenen Kriminellen höchstpersönlich abzurechnen... Der Titel ist passend gewählt, denn "Grotesk - Kampf ums Überleben" ist in der Tat grotesk... und zwar grotesk schlecht, grotesk blöde und grotesk bescheuert! Zwar kann sich Joe Tornatore zweifellos rühmen, hiermit das lausigste aller Linda Blair-Vehikel auf die Menschheit losgelassen zu haben (welches dann zu allem Überfluss auch noch von der Hauptdarstellerin mitproduziert wurde)... aber zu welchem Preis, bitteschön? Der Drehbuchautor schmeißt hier ohne Sinn und Verstand echt alles in die Wagschale, was an abgeschmackten Genre-Motiven gerade so herumwuselt, seien es nun hirnlose Film-im-Film-Einlagen, die guten alten Terror-Punks à la "Die Klasse von 1984" (aber in der Spacko-Version!) oder sabbernde, irre Mutanten auf dem Charles Bronson-Trip! In der zweiten Hälfte mutiert die Chose dann doch glatt noch zum banalen Selbstjustiz-Reißer, bevor es in der allerletzten Szene nochmal knüppeldick kommt und die Meta-Ebene für einen Schluss-Gag durchbrochen wird, der einem die Grasgrünen austreibt (gespoilert wird nicht!). Klar, dass da eins nicht zum anderen passt und auch Tornatore selbst mit diesem Sammelsurium von ungeordneten Einfällen sichtlich wenig anfangen konnte und so fragt man sich dann doch, ob aus dem Streifen wirklich ein derart hohles Trash-Spektakel werden sollte, oder ob den Machern ursprünglich mal was Bedeutsameres vorgeschwebt ist. Dagegen sprechen jedenfalls die minderbemittelten handwerklichen Qualitäten dieses Schundwerks, das nicht einmal in seinen breit ausgespielten Make Up-Effekten annähernd Durchschnitts-Niveau erreicht... was umso peinlicher ist, denn immerhin geht’s hier doch um einen F/X-Wizard und seine Arbeiten, denen zu Beginn auch noch reichlich Platz eingeräumt wird. Wenn man den Gaul von hinten aufzäumt und sich die Sache ausgehend von der wahnwitzigen Pointe noch mal durch den Kopf gehen lässt, kann man eigentlich nur zu dem Schluss kommen, hier einer ganz großen Verarsche aufgesessen zu sein. Leider lassen weder die Darsteller noch die lose zusammengewurschtelten Plotlines eine irgendwie geartete parodistische Absicht erkennen. Nein, die armen Schweine, die die Punks geben müssen, ergehen sich in hirnlosem Overacting, bei dem das Zusehen schon direkt schmerzt, und könnten auch genauso gut in einem "ernst" gemeinten Beitrag aus dieser Sparte auftauchen. Viel Geschrei und Sadismus kennzeichnen ansonsten diesen Streifen, bei dem man regelrecht darüber schockiert ist, wie tief Linda Blair seit ihren "Exorzist"-Zeiten doch gesunken ist, und nach dem die wiederholte Zusammenarbeit mit David Hasselhoff bei einigen anderen, nun auch nicht gerade bedeutsamen B-Movies schon einen echten Fortschritt markiert. Am interessantesten sind hier noch einige Effekt-Props und Masken, die man wohl ohne großen Aufwand aus den Fundus irgendwelcher anderen Produktionen billig zusammengeklaubt hat und hier entsprechend recyceln konnte. Selbst der deutsche Video-Anbieter Highlight war ob das fertigen Ergebnises offenbar so verwirrt, dass er sich nicht mal entscheiden konnte, wie das Ding denn hierzulande nun heißen soll: Vorne auf dem Cover steht nämlich groß und breit "Grotesk - Kampf ums Überleben"... auf der Rückseite, dem Buchrücken der Video-Hülle und im Vorspann dann allerdings "Grotesque". Vertrieben wird dieser Abfall dann auch noch mit einem Artwork, das einen eher den nächsten x-beliebigen Action-Schmonzes erwarten lässt. Oh je! Eins ist aber doch mal sonnenklar, auf keinen Fall hat man es hier - wie vermutlich mal angedacht - mit einer gelungenen Verschachtelung von Phantasie und (Film-)Realität zu tun, denn dieser Mist hinterlässt nur Fragezeichen und ist keinen Schuss Pulver wert!
2/10