Filmspaghetti Yolognese
Man kann „Grotesque“ zumindest nicht vorwerfen, dass er keine Abwechslung bietet und nichts „versucht“. Punksploitation, Linda Blair-Vehikel, Metafilm, Terrorfilmchen, Burger King-Werbung, Home Invasion, Monstermovie, Trashfest, Redneckkrimi, Selbstjustizthriller. Und sicher noch hier und da der ein oder andere weitere unsinnige Subgenreausflug. Blöd nur, dass kein einziger - ich wiederhole, kein einziger! - Abbieger glatt genommen wird und kein einziger Anzug auch nur halbwegs sitzt… „Grotesque“ ist grotesk konfus und wirr, platt und planlos. Über zwei junge Studentinnen, die Verwandtschaft besuchen und von einer Punkergang überfallen werden - bis sich ihr monströser „Cousin“ einmischt…
Alles ist nichts und nichts bleibt nichts
Linda Blair hat nach ihrem Durchbruch in einem Überfilm in vielen filmischen Graupen mitgewirkt. Aber das hier hier könnte ganz ohne Spaß der Tiefpunkt sein. Von fast allen Beteiligten, möchte ich behaupten. Und da hänge ich mich nicht allzu weit aus dem Fenster. Hier funktioniert nahezu nichts. „Grotesque“ ist eine wilde Irrfahrt, die weitaus eher frustriert als fasziniert. Dass er sich nie festlegen lässt, sich alle zehn Minuten um 180 Grad dreht, klingt auf dem Papier spannend oder zumindest funny. Aber nix da. Hier geht filmisch, charakterlich und technisch alles schief, was nur schiefgehen kann. Es gibt kaum Hauptfigur oder Sympathieträger. Nichts macht Sinn, keiner gibt sich Mühe. Es gibt weder sexuelle noch goretechnische Sehenswürdigkeiten. Ganzheitliche Grundbedürfnisse und Grundwerte (!) solcher VHS-Billigheimer werden eiskalt ausgelassen. Etwas schauspielerisches Overacting kann einen gegen Ende zum Lachen bringen. Und zumindest abzuwarten, was für ein Subgenre auf einen als Nächstes wartet, kann seinen Reiz haben. Aber ansonsten ist das ein Schuss in den Ofen. Ach, ein ganzes Magazin in den Ofen. Das Ding fährt mehrfach mit Karacho gegen die Wand. Und grinst dabei immer wieder grenzdebil. Dem Teil ist doch schon längst alles egal. Eine echte Frechheit und selbst kruderem Italo-Kiesgruben-Kokolores meilenweit unterlegen. „Grotesque“ ist verwirrend schlecht. Ich glaube nicht, dass dabei irgendjemand überhaupt versucht hat, hier etwas Gutes zu schaffen oder das halbwegs „Beste“ herauszuholen. Es wirkt einfach alles viel zu dumm und zu drauflos. Ich kann mir kaum vorstellen, dass hier jemand Plan, Drehbuch, Lust oder Talent hatte. Und über welchen Film kann man das schon so beinhart sagen?! Hier war nichts mehr zu retten.
Fazit: Selten habe ich eine verwirrtere und konfusere Subgenrekakophonie gesehen… Was für ein anstrengender und maximal öder Humbug! Totale Zeit-, Film- und Platzverschwendung. Ein Mittelfinger an jeden Zuschauer.