Review

Inhalt:
Ein wohlhabender Lord ist nach dem Fremdgehen seiner Frau und deren Tod etwas verwirrt und lädt sich in sein Schloss seiner Ex ähnliche Damen ein, um sich an diesen zu rächen. Doch bald merkt der Lord, dass das auch nicht das Wahre ist und er heiratet wieder und damit nimmt das Unheil seinen Lauf. Im Schloss geschehen merkwürdige Dinge und es gibt einige Tote. Ist seine verstorbene Ex-Frau aus dem Reich der Toten zurückgekehrt oder steckt einer der Schlossbewohner dahinter?


Kritik:
In seinen ungewöhnlichen Giallo packte Regisseur Emilio Miraglia (ob wohl nach Fertigstellung des Films jemand rief "Mama, Miraglia ist fertig"? Naja, egal...) neben den üblichen Krimi- und Erotikzutaten auch eine gehörige Portion an gruseligen Horrorelementen. Und ich muss sagen, diese Mischung ist gar nicht so verkehrt.

Beginnen tut (entgegen der früheren Ermahnungen meiner damaligen Grundschullehrerin verwende ich dieses Wort jetzt dennoch) der Film mit den überschaulichen Racheakten des Lords, bei denen er Rothaarige, in die er seine Ex projiziert, nach einer gehörigen Tracht Peitschenprügel von ihren Qualen und somit dem Leben erlöst. Bis dahin denkt man sich, dass der weitere Verlauf eindeutig sei und man stellt sich auf gepflegte Langeweile ein.
Doch als der Lord ein bürgerliches Leben führen will und wieder heiratet, beginnt der Giallo-Horror-Mix erst richtig. Es gibt Tote, viele Verdächtige, die sich auf und ums Schloss herum herumtreiben und sogar der Geist der Verflossenen des Lords wird gesichtet. Da auch ihr Grabmal nicht mehr von ihrem körperlichen Rest beehrt wird, verhärtet sich der Verdacht, dass sie hinter dem Spuk steckt, aber auch einige andere kämen da in Frage, wie der erpresserische Wildhüter oder die geldgierige Verwandt- und Belegschaft.
Verraten werde ich die Auflösung natürlich nicht, aber ich sag mal, dass sie sehr überraschend ist, wobei mir die vielen Wendungen am Ende schon etwas zuviel sind.

Bei all den Geschehnissen gibt es zwar die ein oder andere längere Passage, aber auch einige sehr athmosphärische oder gruselige Szenen. Beispielsweise wenn der rothaarige Geist beim Blitz des Gewitters im Fenster steht oder sämtliche vernebelte und verregnete Wald- und Gruftszenen.

Richtig ausartende bluthaltige Gewaltszenen gibts nur wenige. Ich hab zwei gezählt und zwar die einfallsreiche und nett umgesetzte Leichenentsorgung durch das Fuchsrudel und der st(r)ich(nyn)haltige (Na? Ist das ein Wortspiel?!?) Catfight gegen Ende.
Derbe finde ich den eher unblutigen Tod des Mannes, der nach einem Schlangenbiss in den Hals um sein Leben ringt und dabei eingebuddelt wird.

Was gibts sonst noch zu schreiben? Die schauspielerischen Leistungen sind überraschend gut dafür, dass der Film aus den 70ern stammt und dazu noch aus Italien kommt. Besonders habe ich mich über das Wiedersehen mit dem Bösewicht aus Dario Argentos "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" gefreut.
Ansonsten hätte man durch einen gezielteren Einsatz von Musik aus einigen Szenen vielleicht noch etwas mehr rausholen können. Das ansonsten ohrwurmtypische Feeling nach einem Giallo ist bei mir diesmal jedenfalls ausgeblieben.

Insgesamt ist dies ein netter Versuch, vom üblichen Gialloschema abzuweichen, wobei sich das Ergebnis durchaus sehen lassen kann, aber keinesfalls unbedingt von jedem gesehen werden müsste.

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