Alan steht auf Rot. Genauer genommen auf Rothaarige. Seit ihm seine rotlockige Angetraute Evelyn fremdgegangen ist, hat Alan nämlich so ein bisschen einen Hau weg, weshalb er nun in regelmäßigen Abständen fuchshäuptige Damen in seine Playboyvilla lockt, um sie dort zu Tode zu foltern. Sein Psychiater weiß nur einen Rat: eine Hochzeit sollte Linderung verschaffen. Gesagt, getan: Als er auf einer Party Gladys (dreimal dürft ihr raten… genau: rothaarig!) kennen lernt und um ihre Hand anhält, wird nicht lange gefackelt, sondern das Ding in trockene Tücher gepackt und „Ja“ gesagt. Nachdem Gladys in Alans Villa eingezogen ist, häufen sich jedoch die seltsamen Vorfälle, wie z.B. Erscheinungen einer geisterhaften Rothaarigen. Ferner geht ein Killer um, der Alans Dienstbotenschar dezimiert. Ist Evelyn als Killer-Ex zurück von den Toten, um Rache zu nehmen?
Anfangs wirkt DIE GROTTE DER VERGESSENEN LEICHEN vom eher unbekannten Regisseur Emilio Miraglia wie ein schrulliges Stück Euro-Sleaze mit Folterungen, Schürhaken, Auspeitschungen und viel nacktem Geschmuse, wie sich das eben so gehört. Ab der zweiten Hälfte hat man dann aber plötzlich einen zwar nicht minder käsigen, dafür aber tatsächlich einigermaßen spannenden Giallo vor sich, einen Killer, der lediglich als Lederhandschuh besetztes Patschehändchen auftritt, inklusive. Gleich werden auch die Morde blutiger und visueller. So wird ein Charakter (wie passend) von Rotfüchsen zerfetzt. Der Handschuhmörder tötet einmal sogar mittels Kreuzotter. Diverses im Stich- und Schlitzbereich wird auch geboten.
DIE GROTTE DER VERGESSENEN LEICHEN bietet cheesigen, erotisch und leicht psychedelisch angehauchten Italo-Trash á la DIE RÜCKKEHR DER ZOMBIES (nur eben ohne Zombies) oder die Paul Naschy-Filme (nur eben italienisch, nicht spanisch – tolle Vergleich, Ghosti – Respekt!). Vergleiche zu Argento sind nicht vollends von der Hand zu weisen. Die Atmosphäre ist dicht und schlägt in ihren Bann, jedoch geht es hier schon um einiges unsinniger und dummer zu als bei Meister Argento. Die Farbe Rot ist hier aber beinahe so tragend wie in PROFONDO ROSSO.
Fazit:
Kupferdach – immer feucht im Keller! …Pardon an die weibliche Leserschaft (Paha, als wenn’s die gäbe)!
Überaus stimmige Mischung aus Foltersleaze, Giallo und Geistergrusel. Mit hohem Rotanteil und Käsewerten. Wer viele nackte Rothaarige mit Pelzboa bewundern möchte, sollte aber tunlichst zugreifen.