Ich habe dieses Bootleg auf einer Filmbörse entdeckt und war sehr überrascht, dass Namen wie Helmut Berger und Telly Savalas in einem Film von Jess Franco auftauchen. Dennoch hatte ich mich aufgrund meiner Erfahrungen mit Franco eigentlich schon gegen den Film entschieden. Da war neben mir eine Stimme erklungen, die mir mitteilte, dass dieser Film richtig gut sei, sicher der beste von Franco. Zusammen mit den netten Bildern auf dem Backcover hat das dann den Ausschlag gegeben und ich nahm den Film mit, in der dezenten Hoffnung, ein kleines Juwel gefunden zu haben. Oh je!
Schon nach den ersten fünf Minuten hat sich ein fast zwingender Drang zum Ausschalten eingestellt, verursacht durch einen schier unglaublichen Dilletantismus der Schauspieler. Als Richtwert kann man hier die darstellerischen "Leistungen" der ja bereits aus den Filmen von Jean Rollin hinlänglich bekannten Brigitte Lahaie nutzen. Ihr Unvermögen stellt hier das Mittelmaß dar. Einige Knallchargen liefern hier geradezu mustergültige Demonstrationen von Overacting ab. Savalas und Berger bleiben blass, stellen hier aber dennoch die Sperrspitze dar.
Übersteht man die Schauspielerei und bleibt dann irgendwie doch am Ball, bekommt man hier tatsächlich einen Film geboten. Wer hätte das von Franco erwartet. Die Story ist recht interessant und nachvollziehbar, das Drehbuch hier aber auch eine ziemliche Nullnummer, so dass es vor unlogischen Handlungen und gröbsten Dummheiten nur so strotzt. Dazu kommen noch geradezu unerträglich schwülstige Discoszenen mit der dazu passenden "Musik".
Unterm Strich bleiben also: eine interessante Story, einige große Namen und relativ gelungene Effekte. Auch die Kamera ist für Franco-Verhältnisse von geradezu explosiver Dynamik und gigantischer Variabilität, erzeugt aber dennoch keine besonders gelungenen Bildern und kreiert auch keine dichte Atmosphäre.
Ich kann die zahlreichen hier vorzufindenden guten Beurteilungen des Films nicht im Geringsten nachvollziehen. Alleine die Schauspieler haben mir einen eventuellen Filmgenuß vollständig verleidet. Ich rate ab und vergebe knappe 3 Punkte. Das Thema Franco ist für mich damit erledigt. Lediglich "Jack the Ripper" werde ich vielleicht noch antesten, alleine wegen Klaus Kinski, große Hoffnungen habe ich dafür aber nicht!